Experten entbuschen alte Starstromtrasse
Kahle Fläche wird aufblühen

Vermischtes
Kastl
16.11.2016
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Die kahl gemähten Flächen mit liegender Streu und Ästchen wirken im trüben Herbstgrau im ersten Moment erschreckend. Aber spätestens im Frühjahr wird dieses Gelände nahe Kastl im wahrsten Sinne des Wortes aufblühen.

Die Fachleute sprechen von "entbuschen". In einer Gemeinschaftsaktion haben Bayerische Staatsforsten, Landratsamt Amberg-Sulzbach, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) und Marktgemeinde Kastl die ehemalige Starkstromtrasse im Hainthal ausgelichtet.

Ziel: Mehr Lichteinfall


Auf dieser Fläche, zwischen Brunn und Giggelsberg, hat das Landratsamt 1990 ein Mager- und Trockenrasenbiotop ausgewiesen. Der Erhalt wurde in den vergangenen Jahren immer wieder sichergestellt, zuletzt im November 2008. Jetzt entschied der ehemalige Leiter des Forstreviers Kastl-Ensdorf, Jürgen Färber, hier erneut einzugreifen. In Absprache mit Heinz Nefe von der Unteren Naturschutzbehörde wurden die schattenwerfenden Naturverjüngungen aus Kiefe, Fichte, Pappel und Buche zurückgenommen, damit die Trockenrasenpflanzen wieder volle Lichteinstrahlung bekommen. Auch die sich ausbreitenden Schlehengruppen wurden gestutzt. Einzelne Wildbirnenbäumchen oder Weißdornstauden wurden aus landschaftsästhetischen Gründen erhalten.

Arbeiten abgeschlossen


Die Arbeiten sind inzwischen abgeschlossen. Betroffen war davon auch die Gemeindeverbindungsstraße, die deshalb abgesichert wurde. Durch den Rückschnitt gefährdender Bäumen wurde auch gleich die Verkehrssicherung mit erledigt. Die umfangreichen Arbeiten erledigten Forstwirte und Lehrlinge der Bayerischen Staatsforsten unter der Leitung von Waldfacharbeiter Hubert Hollweck.

Als externer Unterstützer stand ihm Forststudent Benedikt Hofrichter von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf zur Seite, der gerade im Forstbetrieb Burglengenfeld ein Praktikum absolvierte und die Maßnahme für seine Projektarbeit nutzte. Neurevierleiter Alexander Krause übernahm das Miterlebte für später notwendige, wiederkehrende Pflegemaßnahmen.

Auf den jetzt kahl gemähten Flächen werden spätestens im Frühjahr die geförderten Pflänzchen neu erblühen. "Das Naturschutzprojekt wird aufgrund seiner Bedeutung für den Naturhaushalt vom Freistaat über die besonderen Gemeinwohlleistungen maßgeblich gefördert", betont Tomas Verron von den Bayerischen Staatsforsten. Das AELF habe wie in den Vorjahren den Zuschuss bewilligt. Leiter Wolfhard-Rüdiger Wicht unterstütze bereitwillig die Biotopflege des kostbaren Naturraums um Kastl im Naturpark Hirschwald.
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