Kein Durchkommen mehr in Kastl
Hochzeitstag auf der Baustelle

So haben sie sich ihren Hochzeitstag nicht vorgestellt. Ehepaar Winter aus Schwandorf weiß nicht wohin. Bild: pwom
Vermischtes
Kastl
04.08.2016
910
0

Was macht ein Schwandorfer Ehepaar an seinem Hochzeitstag auf der Baustelle in Kastl? Sich verirren.

Amberg-Sulzbach. (pjon/pwom) Die Bundesstraße 299 ist gesperrt. Die Durchfahrt nicht möglich. Was also tun? Umfahrungsmöglichkeiten im Ortskern von Kastl gibt es keine. Das wurde auch dem Ehepaar aus Schwandorf zum Verhängnis. Die beiden unternahmen an ihren 42. Hochzeitstag einen Ausflug nach Regensburg. Dabei plante Ehepaar Winter einen Zwischenstopp in Kastl, um sich die Klosterburg anzuschauen. Als sie wieder in Richtung Neumarkt aufbrechen wollten, fanden sie sich auf einer Baustelle wieder, bei der es keine Möglichkeiten gab, auszuweichen. "Wir haben erwartet, dass es irgendwo Schleichwege gibt" sagte Herr Winter "das stinkt uns jetzt schon, dass man hier nicht weiter kommt!"

Die beiden müssen nun eine lange Umleitung über die Kreisstraße NM 1 (Engelsberg) und die Staatsstraßen 2240 (Utzenhofen) und 2235 (Lauterachtalstraße) in Kauf nehmen.

Entspannte Anwohnerin


Direkt am Anfang der Baustelle in Kastl steht das Haus von Nicole Reindl. Sie weiß nichts von Beschwerden anderer Anwohner und sieht die Situation selbst auch relativ gelassen: "Als die Lastwagen zuvor durch die Schlaglöcher der alten Straße gedonnert sind, war das definitiv lauter als diese Bauarbeiten." Die Kastlerin ist froh darüber, dass sich der Staat endlich um die marode Straße kümmert.

"Es regt hier alle auf!" Frau Fellner arbeitet bei der Autowerkstatt Lacher an der Umgehungsstraße in Lauterhofen. Durch diesen Ort wälzt sich der gesamte Verkehr zwischen Amberg und Neumarkt seit Beginn der Bauarbeiten in Kastl. Fellner ist kaum zu verstehen, weil im Sekundentakt schwere Fahrzeuge an ihr vorbeidonnern. "Gerade letzten Montag hatten wir einen richtigen LKW-Durchgangsverkehr." Die Straße sei völlig überlastet und die Verkehrssituation nicht gut durchdacht. Örtliche Läden, wie der Edeka-Markt, hätten mit einem starken Rückgang an Kundschaft zu kämpfen. Die Supermarkt-Leiterin überlege bereits, den Laden erst gar nicht mehr zu öffnen. Gegenüber in der Lauterhofener Apotheke sieht ein Mann die Situation jedoch etwas entspannter: "Wir haben dicke Fensterscheiben und sonst ist hier auch immer recht viel los. Es ist zum aushalten", sagt der Apotheken-Mitarbeiter. In der Umgebung gehen die Meinungen also stark auseinander. Bis voraussichtlich Montag, 12. September, müssen die Anwohner mit der Baustelle noch zurechtkommen. Des einen Freud ist des anderen Leid.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.