Leserbrief
Beim Tierschutz nur ein Papiertiger ohne Biss

Vermischtes
Kastl
30.08.2016
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"Qualvolle Enge - illegale Tiertransporte":

Die illegalen Tiertransporte sind in einer Gesellschaft mit angeblich ethischen Grundwerten eine Schande. Bislang findet wegen der fehlenden bzw. gefälschten Impf- und/oder Transportpapiere nur das Seuchengesetz Anwendung, obwohl doch eher Paragraf 17 Tierschutzgesetz "Tierquälerei" zum Tragen kommen müsste. Schuldig machen sich nicht nur der gierige, kriminelle Tier-Vermehrer und Händler (der Begriff "Züchter" ist absolut unzutreffend) und der jeweilige Fahrer, der für die Art und Weise des Transportes verantwortlich ist, sondern auch die verantwortungslosen Käufer dieser "Billigproduktion".

Die Welpen werden meistens viel zu jung von ihren unter unwürdigen Zuständen gehaltenen Müttern getrennt, sind todkrank, nicht geimpft, nicht sozialisiert ... und eigentlich nicht überlebensfähig. Lösungsvorschläge: Unterbindung des unseriösen Internethandels mit Tieren, scharfe Grenzkontrollen, umgehende Enteignung der entdeckten Tiere und tatsächliche Verhängung und Umsetzung von empfindlichen Strafen bei Verstößen gegen das Tierschutz- und Seuchengesetz, ferner endlich ein umfassendes Heimtiergesetz, welches Zucht und Handel, den Nachweis der Herkunft und die generelle Registrier- und Kennzeichnungspflicht verbindlich regelt.

Im Freistaat Bayern gibt es immer noch keinen Haushaltstitel oder auch nur Notfallfonds für Tierschutzangelegenheiten oder gar die Finanzierung bzw. wenigstens Zuschüsse für die Tierheime. Dies lehnt die staatstragende Partei trotz mehrfacher Vorstöße als "nicht notwendig" ab und schiebt die Verantwortung den (hierfür finanziell nicht ausgestatteten) Kommunen (Fundtiere) und Kreisverwaltungen zu. Wieso sollte die medizinische Versorgung und Unterbringung von Welpen aus tierschutzwidrigen Transporten deren Aufgabe sein? So bleiben viele Tierheime (die meist gemeinnützig arbeiten) neben den Kapazitätsproblemen auch noch auf dem Großteil der Kosten sitzen.

Es darf doch wohl nicht wahr sein, dass man seitens der Politik zwar europaweit regeln kann, wie krumm eine Gurke sein darf oder - richtigerweise - mit aller Härte gegen den Schmuggel von Silvesterknallern oder gegen die Drogendealer vorgeht, sich aber in Tierschutzangelegenheiten als hilflos und nur als "Papiertiger ohne Biss" erweist!

Karingard Vangerow, 95506 Kastl
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