Kinderbasare
Mütter auf der Jagd

In Grafenwöhr war der Kinderbasar auch gut besucht. Über 5500 Artikel wechselten den Besitzer, 200 Anbieter verkauften ihre Ware. Bild: mbi
Freizeit
Kemnath
03.03.2016
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Kontrollen am Eingang, Aufseher, die durch die Hallen patrouillieren, Warteschlangen vor den Türen und Menschen bekommen Nummern zugewiesen. Der Zugang in ein Hochsicherheitsgefängnis? Nicht einmal annähernd. Hier geht es um Kinderbasare.

Pullenreuth/Kemnath. "Es gab schon Fälle, da haben sich Frauen ein Kissen unter den Pulli geschoben und so getan, als wären sie schwanger." Frauen wenden einige Tricks an, um früher Zutritt zu einem Kinderbasar zu erhalten. Veranstalter behelfen sich deshalb mit einem wirksamen Mittel: sie kontrollieren am Eingang den Mutterpass. Braucht es das wirklich? Renate Pressler vom Organisationsteam des Kemnather Kinderbasars bestätigt das.

"Man muss vieles beachten." Tanja Haider vom TuS Pullenreuth hat den Basar schon hinter sich gebracht, im Ort waren vergangenes Wochenende die Schnäppchenjäger los. "Meistens bleibt aber alles friedlich. Bei uns gibt es keinen Nahkampf wie bei Aldi und Co." Regeln gibt es trotzdem. Alle Verkäufer bleiben anonym. In Pullenreuth vergeben die Veranstalter vorab Nummern für die Anbieter. Es geht darum, dass die Käufer nicht wissen, von wem die Ware stammt. "'Wenn das von der ist, dann kauf ich das nicht' - Das würden wir ansonsten zu hören bekommen," weiß Haider. Auch die Eltern-Kind-Gruppen in Kemnath verteilen deswegen vorab Nummern, berichtet Pressler.

Basare, auf denen Kinder- und Babysachen verkauft werden, boomen. Kinderkleidung ist teuer und die Kleinen schnell rausgewachsen. Da bietet es sich an, gut erhaltene Ware auf so einem Flohmarkt günstiger zu kaufen. "Überwiegend interessieren sich die Leute für Kleidung, aber im Frühjahr sind Inline-Skates der Renner", berichtet Haider.

Steuerfreier Betrag


Auch das Finanzamt Weiden hat Interesse an Basaren, allerdings aus Steuergründen. "Ein Verein muss bestimmte satzungsmäßige Zwecke erfüllen. Wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb, also Einnahmen aus Veranstaltungen, die in Konkurrenz stehen zur Wirtschaft, müssen versteuert werden." Allerdings gibt es eine Ausnahmegrenze von 35 000 Euro jährlich. Die Vereine müssen die Veranstaltung nicht im Vorfeld beim Finanzamt anmelden, allerdings müssten sie die Einnahmen bei der Steuererklärung angeben. "Unter Umständen werden solche Veranstaltungen allerdings gar nicht erfasst, weil sie nicht angegeben werden", sagt ein Sprecher des Finanzamts.

Der TuS behält von jedem Verkäufer 15 Prozent des Verkaufspreises ein, davon werden neue Geräte gekauft. In Kemnath nehmen die Verantwortlichen 20 Prozent, das Geld wird sozialen Einrichtungen wie dem Kinderschutzbund gespendet. "Das sind immer um die 500 Euro", berichtet Pressler. Gehandelt werden kann nicht. Der Preis wird vom Verkäufer festgelegt.

"Ich biete selbst auch Sachen an, überlege immer: Was würde ich dafür noch zahlen?" Tanja Haider hat 59 Kleidungsstücke verkauft. "Ich schätze zu 80 Prozent verkaufen die Leute Klamotten. Es ist vorher genau festgelegt, wie viel und was verkauft werden darf, bei uns sind es 60 Kleidungsstücke und zwei Paar Schuhe." In Kemnath sind die Regeln strenger: Es dürfen keine Schuhe angeboten werden. "Wenn die Leute irgendwann geschätzt 150 Paar Schuhe verkaufen wollen, dann können wir das nicht mehr handeln."

Die Waren müssen gut etikettiert sein, immer nach dem gleichen Muster: Anbieternummer, Größe, Preis, genaue Beschreibung des Produkts. "Am besten schreibt man ausführlich drauf, um was es sich handelt. Es wurden schon Etiketten vertauscht, um einen Artikel günstiger zu bekommen", erinnert sich Pressler.

Viele Helfer nötig


Am Basartag liegt die Kleidung sortiert nach Größen auf Tischen. Das machen die Helfer. In Pullenreuth sind es zwischen 12 und 14 Freiwillige, in Kemnath 60 bis 70, bei der Organisation machen 22 Leute mit. "Die brauchen wir auch alle", betont Pressler. "Allein die Kleidung zu sortieren ist ein riesiger Aufwand. Wir müssen immer darauf achten, dass nichts kaputt oder verschmutzt ist." Es wird auch Aufsichtspersonal benötigt, das während des Verkaufs für Ordnung sorgt. Die Pullenreuther haben ihren Basar schon rum gebracht, über 50 Anbieternummern wurden vergeben. In Kemnath sind 270 Nummern verteilt.

Basare in der RegionSamstag, 5. März , 13 bis 15.30 Uhr , Mehrzweckhalle Kemnath . Für Schwangere Einlass ab 12.30 Uhr.

Samstag, 5. März, 12.30 bis 14.30 Uhr, Aula Markus-Gottwalt-Schule Eschenbach. Für Schwangere Einlass ab 12 Uhr.

Samstag, 12. März, 13 bis 15 Uhr, Stadthalle Pressath. Für Schwangere Einlass ab 12.30 Uhr.
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