Adventskonzert in der Stadtpfarrkirche
Hirten mit sauberen Stimmen

Kultur
Kemnath
21.12.2015
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Sebastian Ponnath. Bild: jzk

"Tochter Zion, freue dich" war das Thema des Adventskonzerts in der Kemnather Stadtpfarrkirche. Während und nach dem Auftritt der Regensburger Domspatzen am Sonntag war die Freude auch ganz auf Seiten der Besucher.

Der Untertitel "Ein Hirtenjunge erlebt das Kommen des Messias" brachte zum Ausdruck, dass auch das gesprochene Wort nicht zu kurz kam. Während der Gesangspausen schlüpften vier Knaben in die Rolle von Hirten und lasen aus ihren Tagebüchern vor. Sie begleiteten mit meditativen Texten die andächtigen Zuhörer vom Hoffen auf das Kommen des Messias bis zur Geburt Jesu im Stall von Bethlehem.

Mucksmäuschenstill war es im Kirchenraum. Begeistert lauschten die Zuhörer den glockenreinen Stimmen des renommierten Knabenchores, der mit seinen Liedern eine wunderbar besinnliche Adventsstimmung schuf. Musikalisch spannte Chorleiterin Kathrin Giehl den Bogen von deutschen Adventsliedern im ersten Teil bis hin zu internationalen Weihnachtsstücken im zweiten Teil. Dass dabei Bearbeitungen von Kathrin Giehl zu hören waren, gab dem Konzert einen besonderen Reiz.

Das trifft besonders auf den ersten Chorsatz "Tochter Zion, freu dich" für vier- bis achtstimmigen Chor zu. Sehr sensibel begleiteten ihn Pianist Max Rädlinger, die beiden Geiger Franziska Kiesel und Christoph Leonbacher sowie Cellist Benedikt Wagner. Dieses Ensemble spielte auch bei "Machet die Tore weit" (G. Ph. Telemann), "Mache dich auf und werde Licht" (W.C. Briegel), "Bei Bethlehem waren einst Hirten" (J. Güttler). "Transeamus usque Bethlehem" (J.I. Schnabel) und "O holy night" ("Heilige Nacht") von A. Adam mit.

Sehr beeindruckend war zudem der A-capella-Gesang dieses Spitzenchores. Besonders das "Veni, veni, Emmanuel" (J. A. Hillerud) und "Hosianna! Gelobt sei, der das kommt" (Chr. F. Gregor) brachten die Knaben- und Männerstimmen mit makelloser Klangschönheit zu Gehör. Der zweistimmige Chor ließ beim "Ave Maria" von I. Reimann keine Wünsche offen. Kein Zuhörer konnte sich der tiefen Wirkung dieses beseelten Gesanges entziehen. Auch die Vokalsolisten überzeugten. Leiterin Giehl verstand es meisterhaft, die einzelnen Stimmgruppen zu einer homogenen Klangeinheit zu verschmelzen. Faszinierend, wie genau die Jugendlichen ihrer präzisen Zeichengebung folgten und ihre musikalischen Intentionen umsetzten. Die Einsätze kamen präzise, auch sieben- und achtstimmigen Passagen klappten scheinbar mühelos. Großen Wert legte Giehl auf den Legatogesang in Verbindung mit spannenden musikalischen Bögen.

Die intensive Probearbeit bei der Vorbereitung dieses Konzertprogramms, das die Sänger in Kemnath zum zehnten und letzten Mal zum Besten gaben, war stets zu spüren. Mit stehendem Applaus bedankte sich das Publikum für dieses unvergessliche Konzertereignis.

Ein großes Lob gebührt auch dem Kemnather Ritterbund für die mustergültige Organisation.

Regensburger Domspatz aus KemnathBeim Adventskonzert war auch ein Kemnather Sänger dabei. Sebastian Ponnath, Sohn des Großmeisters Werner Ponnath, besucht seit über vier Jahren das Musikgymnasium der Regensburger Domspatzen. Er wirkte bereits vor zwei Jahren mit, als das junge Ensemble in Kemnath die Bläsermesse "Missa antiqua" von Wolfram Menschick aufführte. Mittlerweile hat sich seine tiefe Altstimme allerdings zu einer hohen Tenorstimme entwickelt.

Nach dem Abendessen der Sänger im Pfarrheim, bei dem Mitglieder des Kemnather Ritterbundes bedienten, erhielt er von Chorleiterin Kathrin Giehl eine besonderes Vergünstigung. Er durfte bei seinen Eltern in Kemnath übernachten. Am nächsten Morgen musste er allerdings pünktlich zum Unterricht anwesend sein. (jzk)
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