Bayerischer Bauernverband führt in Gemeinden Koordinator ein
Viele Verbände, weniger Bauern

"Es gibt nun eben einen, der alles koordiniert, dabei aber die anderen Obmänner mit einbindet." Zitat: BBV-Kreisgeschäftsführer Ulrich Härtl über Rolle der Gemeindevertreter
Kultur
Kemnath
01.12.2016
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Der Bayerische Bauernverband sucht künftig noch mehr den Kontakt zu den Gemeinden. Dazu kommt neben den Obmännern und Landfrauen ein weiterer Ansprechpartner für die Landwirte.

/Tirschenreuth. Dieser Schritt sei schon vor einiger Zeit in der Satzung des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) verankert worden, berichtet Ulrich Härtl. Umgesetzt werden soll die neue Regelung, wenn die derzeit laufenden Wahlen in den Ortsverbänden abgeschlossen sind, berichtet der Tirschenreuther Geschäftsführer.

Das wird nach der Wahl des Kreisvorstandes am 24. Januar und der Ehrung der ausgeschiedenen Mitglieder sein. Voraussichtlich Ende Februar werde ein Treffen aller Obmänner und Landfrauen aus dem Landkreis angesetzt. Diese wählen dann aus ihren Reihen einen Koordinator und einen Stellvertreter für den jeweiligen Gemeindebereich. Ideal wäre es, diese Posten mit einem Landwirt besetzen zu können, der auch im Gemeinderat vertreten ist, meint Härtl.

"Die Zusammenarbeit mit den Kommunen wird immer wichtiger", erklärt der Geschäftsführer. Es gebe schließlich viele Berührungspunkte mit der Landwirtschaft. Als Beispiel nennt er einen bäuerlichen Betrieb, der seinen Stall erweitern möchte, wobei allerdings ein Strommast dem Vorhaben im Weg steht. Hier könnte beim Straßenausbau zusammen mit der Gemeinde versucht werden, die Leitung in der Erde zu verlegen. Probleme gebe es oftmals auch bei Wasserschutz- und Baugebieten, die an landwirtschaftliche Flächen grenzen, oder wenn es Beschwerden über verschmutzte Radwege gibt. "Dann braucht man jemanden als Kontakt zum Bürgermeister."

Die künftigen Gemeindevertreter für die Landwirte sollen aber die bisherigen Obmänner nicht ersetzen. "Es gibt nun eben einen, der alles koordiniert, dabei aber die anderen Vorstände der Ortsverbände mit einbindet."

Die neue Struktur auf Kreisverbandsebene sei eine "Ausrichtung auf die Zukunft". Es gebe zwar noch viele Ortsverbände in der Region, aber immer weniger Landwirte. Daher könne es einmal sein, dass Ortsverbände zusammengelegt werden müssen. "Der BBV muss sich an die Entwicklung anpassen", damit sich in zehn Jahren nicht die Frage stelle, "ob man das halten kann". Gegenwärtig gebe es noch eine "Struktur, die auf die Ortsverbände aufgebaut ist".

Ab 2017 wird daher dem Kreisvorstand noch ein erweiterter Vorstand zur Seite gestellt, dem voraussichtlich einmal die Gemeindevertreter der 26 Landkreiskommunen angehören werden. Während das Gremium um den Kreisobmann und die Kreisbäuerin wie bisher seinen Aufgaben nachkommt, könnten diese laut Härtl unter anderem auch bei den weiteren Verhandlungen mit dem Netzbetreiber Tennet über die Gleichstromtrasse dabei sein. Trotz der Veränderungen werde es im BBV so bleiben, dass die Weitergabe "von Entscheidungen von unten nach oben weiterhin gelebt wird".

Es gibt nun eben einen, der alles koordiniert, dabei aber die anderen Obmänner mit einbindet.BBV-Kreisgeschäftsführer Ulrich Härtl über Rolle der Gemeindevertreter
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