Den Blick schärfen

Kultur
Kemnath
19.09.2016
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Bodendenkmäler sind für Fachleute ein spannendes Thema. Dr. Ralf Obst hat Tipps für ehrenamtliche Historiker, die besondere Wege beschreiten.

Dr. Ralf Obst vom Sachgebiet Ehrenamt in der Bodendenkmalpflege des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege bespracht mit dem neuen Arbeitskreis "Altstraßenforschung" im Heimatkundlichen Arbeits- und Förderkreis e. V. (HAK) über die zielführende ehrenamtlichen Mitarbeit. Der bebilderte Vortrag hatte zunächst die rechtlichen Grundlagen bei der Erforschung und Erfassung von archäologischen Denkmälern zum Inhalt.

Hier stand insbesondere das Bayerische Denkmalschutzgesetz im Fokus, das klare Kriterien für Bodendenkmäler definiert. Das bedeutet auch, dass nur ein Teil der historischen Kulturlandschaftselemente, zum Beispiel Hohlwege oder Ackerhochbeete, auch gleichzeitig Bodendenkmäler sind. So befinden sich gegenwärtig nur überregional bedeutende Altstraßen beziehungsweise solche mit klarem Bezug auf anderen Denkmälern in der Denkmalliste. Indes gibt es ja auch neben bedeutenden Altstraßen noch zahlreiche weitere Bodendenkmäler, die unentdeckt oder nur wenig erforscht sind und von Ehrenamtlichen entsprechend gewürdigt werden können.

Danach kam die Sprache auf die Möglichkeiten, die sich ehrenamtlichen Mitarbeitern bei der Erforschung und Erfassung von Bodendenkmälern bieten. Hier wurde die Analyse von Airborne-Laserscan-Daten vorgestellt, durch die es seit wenigen Jahren möglich ist, obertägig sichtbare Kulturlandschaftselemente beziehungsweise Bodendenkmäler (zum Beispiel Grabhügel, Wallanlagen) zunächst virtuell am Computer zu erfassen.

Dank dieser Methode gelingt es vor allem in Waldgebieten, zahlreiche Bodendenkmäler neu zu entdecken oder altbekannte detaillierter zu erkennen - hierbei können ehrenamtliche Mitarbeiter wertvolle Dienste leisten. Der HAK besitzt bereits zwei kostenfreie Arbeitsplätze. Dr. Obst signalisierte, bei Bedarf zwei weitere zur Verfügung zu stellen.

Natürlich muss nach der Arbeit am Computer die Begehung und Bewertung vor Ort erfolgen. Diese Geländearbeit soll im nächsten Winter beginnen. Dazu wird es eine weitere Schulung in Theorie und Praxis durch Dr. Obst geben. Ein erklärtes Ziel dieser Weiterbildungen ist neben der Erhöhung des Kenntnisstandes der Heimatforscher auch die Qualitätssteigerung von Fundmeldungen durch Ehrenamtliche. Denn davon profitieren die Bodendenkmalpflege, ihre freiwilligen Helfer, die Archäologie als Wissenschaft und die interessierte Öffentlichkeit gleichermaßen.

Peter Wittmann, der auf diesem Gebiet schon in Pfreimd geforscht hat, ist der Ansprechpartner des Arbeitskreises. Wer sich der Arbeitsgruppe anschließen will soll sich unter Telefon 09234/9299948 oder 0170-2005174 beziehungsweise wittmann.w-k@t-online.de melden.
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