HAK mit guter Bilanz
Feuerwerk an Ausstellungen

38 Jahre besteht der Heimatkundliche Arbeitskreis, ebenso lange ist Werner Dollhopf (rechts) aktiv dabei. Zum Dank überreichte Vorsitzender Hans Rösch die Urkunde zur Ehrenmitgliedschaft. Bild: bjp
Kultur
Kemnath
19.04.2017
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"Alles nur Theater": So lautete zum Glück nicht Museumsleiter Anton Heindls Jahresfazit bei der Hauptversammlung des Heimatkundlichen Arbeits- und Förderkreises (HAK), sondern nur der Titel der ersten von drei Ausstellungen des Heimat- und Handfeuerwaffenmuseums.

Außer der Bühnenkultur habe das Museum die Kunst der "Luxuspapiere" von der Papierserviette bis zum Ablassbrief gewürdigt und die Evolution der Wärmflasche nachgezeichnet. Stets gut besucht sind die "Nachmittage der offenen Tür" der Musikautomatenschau "Musikeum". Publikumsmagneten seien auch Sommernachtsfest, Johann Spörrers Vortrag zur Fichtelnaab und das Museumsfest mit Auftritt des Pressather Jungmagiers Marius Koslowski gewesen.

Um 46 auf 1777 sei die Zahl der Exponate gewachsen, freute sich Heindl und dankte allen, die dem Museum Schenkungen und Dauerleihgaben überließen. "Dank der Vermittlung meiner Tante Resi Schenkl" sei die wertvolle "Bocka-Krippe" aus Kastl "nicht ins Museumsquartier Tirschenreuth, sondern in unsere Obhut gelangt". Neu aufgenommen habe man eine Reliquiensammlung, ein Konvolut Feldpostbriefe, ein Modell der Armesbergkirche, Dokumente und Gegenstände aus dem Klosterhof, historische Kleidung und eine 180 Jahre alte Jagdflinte des Kemnather Büchsenmachers Bachmann.

Für heuer plane das Museumsteam nach der aktuellen Blankwaffenausstellung eine Sonderschau über "die magische Welt der beweglichen Pop-up-Kinderbücher". Die Winterausstellung " Weihnachten im Ersten Weltkrieg - der Krieg begann im Kinderzimmer" werde das "Absurdum der damaligen Zeit" illustrieren, "Weihnachten, das Fest des Friedens, mit dem Schrecken eines Krieges zu verquicken". Für 7. Oktober lade man zum "Luther-Zoigl" mit Pfarrer Dirk Grafe aus Wirbenz.

Mitwirken wolle der HAK auch an der ökumenischen "Nacht der offenen Kirche" am 15. September in Oberndorf und Neustadt am Kulm und an der herbstlichen Kunstausstellung "Ganz schön krank!" der Selbsthilfegruppe Behinderte/Nichtbehinderte im Raiffeisenbankhaus, kündigte Heindl an. An zwei Ausstellungen über Stempel- und Siegelkunst und über Kemnath in Bildern aus den 1950er Jahren "feile" man für 2018. "Du hast ein Feuerwerk an Ausstellungen und Aktionen gezündet", lobte HAK-Vorsitzender Hans Rösch Heindls Arbeit. Er nutzte aber auch die Gelegenheit, Josef Leypold zu danken: "Ohne ihn hätten wir nicht die weltgrößte Ausstellung von Fortschauer Waffen, über die wir einen Film und ein Heft erstellen wollen."

Mit der Ehrenmitgliedschaft zeichnete Rösch den seit Vereinsgründung 1979 amtierenden Kassenprüfer und Chronisten Werner Dollhopf aus. "Ich habe diese Aufgaben immer gern erfüllt", dankte Dollhopf. Die Grüße der Stadt überbrachte dritte Bürgermeisterin Heidrun Schelzke-Deubzer: "Ohne den HAK wäre unsere Stadt nicht, was sie ist." Der Verein habe einen Schatz an Wissen und Werten zusammengetragen, der orientierend und identitätsstiftend wirke und auch für die Arbeit der Stadtgremien unentbehrlich sei.

"Burgratzen" brauchen BetreuerBei Wander- und Naturfreunden unvermindert beliebt ist der Geo-Erlebnisweg Kemnather Land, den die Arbeitsgruppe "Geologischer Lehrpfad" des Heimatkundlichen Arbeitskreises (HAK) in Zusammenarbeit mit Oberpfälzer Waldverein, Fichtelgebirgsverein und Kommunen betreut. Die Arbeit an einem neuen Lehrpfad-Begleitheft stünden vor dem Abschluss, kündigte Vorsitzender Hans Rösch bei der Hauptversammlung an und dankte Dr. Andreas Peterek vom Geopark Bayern-Böhmen für die erfolgreiche Kooperation bei der Lehrpfadgestaltung.

Monika Finks Einladungen zu insgesamt 20 Wirtshaussingabenden seien jeweils 80 bis 100 Volksmusikfreunde gefolgt, "noch lange reden" werde man über das von der "Stadtwache" organisierte "mittelalterliche Feldlager" am Eisweiher. Für die neue Stadtwachen-Kindergruppe "Burgratzen" hoffe der HAK einen festen Betreuer zu finden.

Nicht unerwähnt ließ Hans Rösch die "immer hilfsbereite" Werkgruppe, das von Anna Feibert, Gerhard Gresik und Anton Heindl gestaltete "HAK-Schaufenster" im Turmdurchgang und die Kunstgruppe, die mit den von Rainer Sollfrank gestalteten Plakaten insbesondere die Angebote des Heimatmuseums publik mache. "Werden Sie Mitglied und bringen Sie sich für die Bürger unserer fantastischen Karpfenstadt mit ein", schloss Rösch. (bjp)
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