Hundekot in Kemnath sorgt für dicke Luft
Haufenweise Ärger

Es wäre doch alles so einfach, wie Alexandra Walberer mit Timo, ihrem siebenjährigen Border- Collie-Labrador-Mix, demonstriert: Der Griff zur Tüte ist Dank der Hundeklos in Kemnath fast überall möglich. Bild: stg
Kultur
Kemnath
24.02.2015
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Hundekot in freier Wildbahn nervt - in Kemnath auch die Hundebesitzer. Weil die Haufen immer mehr werden, geraten sogar die gewissenhaften Herrchen in Generalverdacht. Dabei wäre es so einfach.

Es ist überall dasselbe: Die Hinterlassenschaften von Hunden sorgen für Ärger. In Kemnath empören sich inzwischen auch viele Hundebesitzer über Herrchen und Frauchen, die mit ihrem rücksichtslosen Verhalten auch den Ruf der gewissenhaften Hundehalter versauen. "Mit meinen beiden Hunden gehe ich täglich Gassi, einmal Spielfisch bis Eisweiher und zurück. Was mir in letzter Zeit immer mehr auffällt, sind die Hundehaufen am Wegrand und in der Wiese", sagt Alexandra Walberer.

"Es stinkt einem immer gewaltig"

Am Spielplatz sei es fast schon unmöglich, nicht in einen Haufen zu treten - und das obwohl nirgends im Umkreis so viele Hundeklos stehen wie in Kemnath. Daran, so Walberer, könne es nicht liegen. Woran aber dann? "Niemand würde auf die Idee kommen, wenn beim Spaziergang das Kind groß muss, es mitten auf den Gehsteig oder an den Wegrand machen zu lassen?", sagt die Hundebesitzerin und Mama. Warum das manche Hundehalter mit ihren Hunden machen, sei nicht nachvollziehbar. "Denn einen Unterschied gibt es letztlich nicht: Es ist egal in welchen Kothaufen man tritt, es stinkt einem immer gewaltig!"

An spielende Kinder denken

Sie sieht die Gründe in Bequemlichkeit und Gedankenlosigkeit. Letztendlich gehe es aber nicht nur um verschmutzte und stinkende Schuhsohlen, sondern um gesundheitliche Bedenken. "Spielende Kinder achten nicht auf die Kothaufen, kommen unwillkürlich damit in Kontakt", weiß die 33-Jährige. Dabei sei es so einfach: "Jeder Gassigänger braucht sich doch bloß mit den kostenlosen Kot-Tüten bewaffnen: Die Anwendung ist einfach, die Entsorgung ein Kinderspiel. Kostet vielleicht den Einen oder Anderen etwas Überwindung, aber nur die ersten Male." Man müsse sich einfach vorstellen, dass das eigene Kind bei ersten Gehversuchen am Spielplatz mit dem Gesicht in einen Haufen fällt.

Viele sehen weg

Auffällig sei, dass viele Leute wegschauen: "Das gilt nicht! Wenn ich sehe, dass andere Hundebesitzer Hinterlassenschaften liegen lassen, spreche ich die Leute darauf an" Die meisten würden völlig überrumpelt reagieren und seien sich ihrer "Schuld" nicht bewusst. Und natürlich habe sie auch schon Zeitgenossen kennengelernt, die ungehalten reagieren und meinen, jeder solle sich um seinen Sch... kümmern. "Dann sage ich: Ja, das mache ich ja auch, und es wäre schön, wenn Sie das auch täten!" Einmal ist Walberer auf ihrem Spaziergang von einer verärgerten älteren Frau angesprochen worden, ob sie denn den Hundekot auch ordnungsgemäß entsorgen würde. Am Anfang habe sie sich geärgert: "Dann aber dachte ich mir: Die Frau hat Zivilcourage, sie hat recht. Nur so kann es funktionieren."

Keine Scheu vor einer Anzeige

Sie hofft, dass künftig mehr Leute mit offenen Augen durch Kemnath gehen: Dazu gehört dann auch, freundlich und höflich einfach darauf hinzuweisen, dass genügend Hundetoiletten aufgestellt sind und niemand, auch keine Kinder, in die Haufen eines Hundes treten oder fallen möchte. "Alles kann im Guten geregelt werden: Sollte sich aber jemand trotzig und uneinsichtig zeigen, so scheue ich mich letztendlich nicht, dieses unmögliche Verhalten am Ordnungsamt in Kemnath anzuzeigen", macht Walberer deutlich. Niemand wolle jemand Anderem etwas Böses, aber man müsse nun einmal gewisse Grundregeln einhalten - und dazu gehöre auch und in erster Linie das Rücksichtnehmen auf andere Menschen. (Hintergrund)
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