Kindheitstraum wird erwachsen
Heißer Tag am Eisweiher

Der DJ-Ausblick aufs Eisweiher-Gelände. Bilder: Villa Varia (3)
Kultur
Kemnath
12.07.2016
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David Lenk.

Es wird laut am Eisweiher, laut und rhythmisch. Zum dritten Mal lädt Villa Varia zum Kindheitstraum-Open-Air. 1300 Karten waren schon im April verkauft. Das finden nicht alle Kemnather Klasse, Bürgermeister Werner Nickl aber schon.

Und wieder hat das Techno-Kollektiv um David Lenk und Matthias Küffner etwas größer geplant: bekanntere DJs und Musiker, noch einmal mehr Gäste. 1300 Karten hat Villa Varia angeboten - und längst verkauft. Das Festival in Kemnath hat einen guten Namen.

Erste Ausgabe 2013


Die erste Ausgabe gab es im Villa-Varia-Gründjungsjahr 2013 in der Veigl-Halle in Haidenaab. Schon dort feierten 600 Gäste - und doch planten Lenk und Küffner etwas anderes. "Unsere Begeisterung für die elektronische Musik hat viel mit dem Sonne-Mond-Sterne-Festival zu tun", erklärt Lenk. Zu dem Techno-Open-Air pilgern jeden Sommer Zehntausende an die Bleilochtalsperre in Thüringen. Daran wollten sich Küffner und Lenk orientieren, als sie sich auf die Suche nach einem neuen Platz machten.

An den Eisweiher wagten sie dabei gar nicht zu denken. "Herr Lenk hat damals wegen einer Veranstaltung am Festplatz angefragt", erinnert sich Bürgermeister Werner Nickl an das erste Gespräch. "Ich habe ihnen gesagt, ihr macht das am Eisweiher." Das gefällt nicht allen Kemnathern, Nickl berichtet von "einigen Anrufen" wegen des Open-Airs. Seine Zusage bereut Nickl aber nicht. "Wir haben den ganzen Sommer viele Veranstaltungen in der Stadt. Da muss es an einem Tag möglich sein, auch den jungen Leuten etwas zu bieten."

Keine Schwierigkeiten


Das gelte besonders, weil es abgesehen von der Lautstärke nie Beschwerden gab. Nickl hat sich bei den beiden bisherigen Veranstaltungen überzeugt: "Die Stimmung war sehr entspannt, viele junge, gut gelaunte Leute." Dazu komme: "Die Veranstalter halten sich an die Absprachen. Punkt 22 Uhr ist Ruhe. Von anderen Veranstaltern sind wir anderes gewohnt." Das Lob gibt David Lenk gerne zurück: "Herrn Nickl liegt die junge Generation am Herzen." Er hoffe, dass der Bürgermeister auch am Samstag vorbeischaut.

Mit oder ohne Bürgermeister: Der Eisweiher wird gut gefüllt sein: "Elektronische Musik ist in der Region sehr angesagt", sagt Lenk. Auch wenn die Kindheitstraum-Gäste inzwischen aus ganz Bayern kommen, den größten Teil der Tickets verkauft Villa Varia in der Region. Einen Anteil am Techno-Boom habe die Gruppe selbst: "Es macht uns stolz, wenn wir junge Leute in unseren Shirts durch Kemnath laufen sehen." Zufrieden ist Lenk auch, dass beide bisherigen Festivals praktisch ohne Zwischenfälle über die Bühne gingen. "Wir hatten noch nie einen Polizeieinsatz, es gab niemals Probleme mit Gewalt oder Drogen." Und auch in diesem Jahr feiern die Gäste für einen guten Zweck. Ein Teil der Einnahmen kommt dem neuen Jugendtreff im Turmhaus zugute.

Hoffnung besteht aber auch für die weniger technobegeisterten Anwohner des Eisweihers: Mit 1300 Gästen ist das Gelände in diesem Jahr voll belegt, mehr geht nicht. Wenn die Besucherzahl weiter wachsen soll, braucht Villa Varia einen neuen Platz. "Aber finden Sie mal einen, der so passt wie der Eisweiher."

KindheitstraumAm Samstag, 16. Juli, klingt es beim "Kindheitstraum-Open-Air" elektronisch. Von 12 Uhr bis 22 Uhr sorgen Oliver Schories, Dapayk Solo, Julian Wassermann, Gottfried & Gregor und Renga Weh für Musik und unbeschwerte Atmosphäre. Mit 1300 Besuchern ist das Open-Air bereits seit April ausverkauft.
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