Ritter gehen mit der Zeit

Florian von Rosenburg, Sebastian Graf von Reichenbach-Goschütz, Grußmeister Werner von Podewils, Konrad von Winterstetten, Wolf vom Seegrund auf Haunritz, Herbert von Podewils (hinten von links), Ottokar von Heydegg, Sebastian Hubertus von Hirschberg, Eberhard von Nellenberg (Mitte von links), Helmut von Wolkenstein und Lancelot du Lac (vorne von links) sind sich einig: Der Waldecker Ritterbund hat auch in der heutigen Zeit seine Berechtigung. Bild: hl
Kultur
Kemnath
23.07.2015
5
0

Seit 95 Jahren gibt es den Ritterbund Waldeckh zue Kemenatha. Seitdem halten die Recken die ritterlichen Tugenden hoch. Und beim Jubiläum wollte Großmeister Werner von Podewils (Ponnath) nicht über Nachwuchsmangel klagen.

Es fänden sich immer wieder Gäste in der Burg auf der Freyhöhe ein, die am ritterlichen Leben teilnehmen. Auch stießen immer wieder neue Knappen zum Ritterbund, weshalb die Zukunft gesichert sei, erklärte der Großmeister beim Festkapitelum zum 95. Gründungstag. Die Gemeinschaft fühle sich nicht nur der Tradition verbunden, sondern nehme auch Anteil am gesellschaftlichen Leben in Kemnath. Vor Gästen aus Deutschlands und Österreichs Gauen ließ Werner von Podewils die Gründung, den Burgbau 1923 und die wichtigsten Ereignisse im Bund Revue passieren.

Der Hochmeister des Deutschen Ritterbundes (DR), Konrad von Winterstetten aus Ravensburg, hob die Bedeutung der Tradition hervor, die Waldecker würden sie seit 95 Jahren pflegen. Er erinnerte an den Deutschen Rittertag 2002 in Kemnath, den Gottesdienst zu Erntedank mit Fischen und Karpfen in der Kirche sowie die enge Freundschaft zu Alt- und Ehrengroßmeister Peter von Löwenherz (Goller).

Kontakte intensiviert

Winterstettens Stellvertreter Ottokar von Heydegg aus Nürnberg verwies auf die Drei-Burgen-Kapitel in Nürnberg und Kemnath, die es seit einigen Jahren gibt. Dadurch sei die Verbindung der Wallensteiner, Orden der Deutsch Herren und Waldeckher noch intensiviert geworden.

DR-Ehrenhochmeister Lancelot du Lac aus München wies darauf hin, dass 1920 genau die Zeit gewesen sei, als sich das österreichische und deutsche Ritterreich nach 20 Jahren wieder vereinigt haben. Die Waldeckher seien - wohl wegen ihres Burgbaus - erst vier Jahre später an die Öffentlichkeit getreten. Ihnen habe damals der Wallensteiner Ritterbund die Großmeisterkette gestiftet. Der Redner erinnerte sich an seinen ersten Großmeiserkonvent 1983. Mit Peter von Löwenherz habe er die Chronik für den Herold geschrieben. Bei der 1000-Jahr-Feier Kemnaths habe er gesehen, dass die Ritter ein fester Teil der Bürgerschaft sind.

Laut Helmut von Wolkenstein aus Wien, Ehrenhochmeister des Österreichischen Ritterbundes, sind die vergangenen 95 Jahre beim Ritterbund eine Zeit der Höhen und Tiefen, vor allem aber eine Zeit der gelebten Freundschaft gewesen. In einer schnelllebigen, modernen Zeit sei es nicht selbstverständlich, dass es noch blühende, starke und wachsende Bünde gibt. Einen solchen Bund habe er in Kemnatha gefunden. Er wünschte dem Bund auch künftig ein gedeihliches Miteinander, denn Gegeneinander habe man "genug im Profanen und leider auch in manchem Ritterbund".

Konzert der Domspatzen

Bürgermeister und Ehrensasse Werner Nickl sieht im Ritterbund einen festen Bestandteil des Vereinslebens und eine Bereicherung für die Kultur in der Stadt Der Rittertag und die Aktivitäten bei der 1000-Jahr-Feier seien besondere Höhepunkte gewesen. Aber auch für das Jubiläumsjahr haben sich die Recken etwas einfallen lassen. So werden die Regensburger Domspatzen im Dezember in der Stadtpfarrkirche ein Konzert geben. Nickl wünschte viel Erfolg und überreichte für den Burgsäckel einen Schuldschein. Pfarrer und Ehrensasse Konrad Amschl wünschte der Gemeinschaft, stetes Wachsen und Gedeihen und spendete den Segen.

In der Fidulitas, dem ritterlichem Gaudium, führten der Großmeister und der Kanzler der Waldeckher zur Belustigung aller einen Sketch auf. Der Erlauchte Hochmeister mit der Gitarre sowie sein Stellvertreter mit dem Schifferklavier spielten auf.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.