Tag des offenen Denkmals
Der Karpfen als Kulturdenkmal

Große und kleine Besucher konnten im Aquarium heimische Fische wie Karpfen, Barsche und Hechte aus nächster Nähe bestaunen.
Kultur
Kemnath
13.09.2016
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Die Oberpfälzer Teichwirtschaft und vor allem der Karpfen standen bei den Kulturfreunden Kaibitz am Tag des offenen Denkmals in der alten Kunstmühle im Mittelpunkt. Dazu gesellten sich Jagdhornklänge und Unterhaltungsmusik.

Kaibitz. Die alte Kunstmühle im Schlossgut war Schauplatz des Tags des offenen Denkmals. Die Kulturfreunde Kaibitz nutzten das Ambiente der Kunstmühle und machten den Oberpfälzer Fischreichtum zum Thema des Denkmaltages. Die Kaibitzer Jagdhornbläser eröffneten mit dem umbenannten Stück "Auf, auf zum fröhlichen Fischen".

Mühle vollständig intakt


Der Vorsitzende der Kulturfreunde, Ely Eibisch, hieß die Gäste, darunter auch Teichnixe Lena Bächer aus Muckenthal, seinen Stellvertreter Roland Ehler und den Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Fisch Hans Klupp willkommen. Die Arge feierte tags zuvor ihr 20-jähriges Jubiläum und hat sich die Förderung der Fisch- und Teichwirtschaft im Landkreis zum Ziel gesetzt. "Wir wählen zum Tag des Denkmals Themen, die mit unserer Heimat verbunden sind. Unser thematischer Bogen spannt sich von der Mühle über den Mühlbach, Hammerweiher zum heimischen Fisch", erläuterte Eibisch.

Die Turbine erzeugt mit dem Wasser des Baches und des Hammerweihers Strom. Früher wurde damit ein Hammerwerk betrieben. In den 20er Jahren wurde die Mühle in und 1962 außer Betrieb genommen worden. Alle Maschinen, Walzenstühle und per Transmission angetriebenen Elevatoren sind vollständig erhalten. Er lud die Besucher zu einem Rundgang ein. Darin waren Roll-Ups über Fisch- und Teichwirtschaft sowie deren Geschichte in der Oberpfalz aufgestellt. In einem Aquarium konnte die Fischvielfalt der Region mit Karpfen, Schleien, Barschen, Rotfedern und Hechten von der Fischzucht Veigl aus Haunritz bestaunt werden.

Teichnixe erklärt Fischzucht


Teichnixe Lena Bächer gab den Besuchern einen Überblick über die 1000-jährige Geschichte der Fischzucht in der Nordoberpfalz. Die Waldsassener Zisterziensermönche führten die Fischzucht ein und nutzten vor allem den Karpfen als wertvolle Fastenspeise. Von der Wondreb aus breitete sich die Karpfenwirtschaft auf die gesamte Nordoberpfalz aus. Sie erklärte die dreijährige Zucht des Karpfens vom Laichbecken bis hin zum schlachtreifen Dreipfünder-K3. Planktonreiches, warmes Wasser ist im Sommer, tiefes Wasser im Winter wichtig.

Grätenfreier Fischgenuss


Früher gab es 6000, heute rund 4000 Hektar Fischteiche im Landkreis Tirschenreuth. "Unsere Teichwirtschaft ist nicht nur in Bayern einmalig. Dieses Kulturgut gilt es zu erhalten", erläuterte Bächer. Durch die Einführung des grätenfreien Karpfenfilets wurde der Fischgenuss einfacher und die Verwendung vielfältiger. Der Karpfen ist mit fünf Prozent Fett und den vielen Mineral- und Nährstoffen bekömmlich und gesund. Der hiesige Karpfen wird ohne große Transportwege vermarktet. Zudem erläuterte Eibisch die Funktionsweise der Kunstmühle und der Wasserturbine.

Anschließend ließen sich die Besucher bei sommerlichen Temperaturen im Biergarten der Schlossschänke nieder und ließen sich von den KEM's mit Siegfried Zaus, Hans Liedtke, Roland Amm aus Kemnath musikalisch unterhalten.
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