Waldecker HuK treibt Forschung zum Komponisten voran
Neues von Koessler

Auch die Büste Hans von Koesslers wird im Archiv im alten Schulhaus in Waldeck zu sehen sein. Bild: hl
Kultur
Kemnath
17.05.2017
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Der Waldecker Heimat- und Kulturverein ist seinem gewünschten Koessler-Archiv einen Schritt näher. Sowohl finanziell als auch musikgeschichtlich ist aber noch einiges zu tun.

Waldeck. Der Heimat- und Kulturverein ist einen Schritt weiter in Richtung Hans-von-Koessler-Archiv: Landtagsabgeordneter Tobias Reiß informierte die HuK-Vorsitzenden Georg Wagner und Leonhard Zintl, dass der bayerische Kulturfonds ein Archiv zum Waldecker Komponisten unterstützen wird. Das Archiv soll im alten Schulhaus seinen Platz finden. 4 900 Euro fließen nun aus München.

Zwischenzeitlich sammelt der neugegründete Koessler-Arbeitskreis um Leiter Josef Brunner und Professor Reinhold Herrmann schon Material. "Ein Archiv wird dringend benötigt", sagt Brunner. Dem Kulturfonds stellte der Arbeitskreis Koesslers Leben und sein musikalisches Wirken ausführlich vor. Hans von Koessler komponierte über 130 Werke, darunter eine Oper, zwei Sinfonien, sinfonische Variationen für Orchester, Violinkonzerte, eine Messe für Frauenchor und Orgel, Psalmenvertonungen sowie kammermusikalische Werke.

In den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen Brunner und seine Mitstreiter drei Aspekte: die Erfassung des Koessler'schen Nachlasses und dessen Archivierung. Die Fachwelt soll Zugriff auf Koesslers spätromantisches Werk haben. Und schließlich sollen auch Lebensdaten und deren Einordnung in den Kontext der Epoche zugänglich sein. Bild-, Audio- und Videopräsentation sollen auch dem Laien den Künstler näher bringen, der 1853 in Waldeck zur Welt kam.

Ziel sei, Koessler das Ansehen zu verschaffen, das ihm zukommt. Denn der Großcousin Max Regers sei auch in der Region noch vielen unbekannt, als Musiker und vor allem als Lehrer habe er bedeutende Spuren hinterlassen. Viele Jahre war er in Ungarn aktiv und bildete dort große Meister wie Béla Bartók aus.

"Nach seiner Lehrmethode wird noch heute dort unterrichtet", sagt Brunner. Sein Arbeitskreis hat Originalwerke an acht Orten aufgespürt, unter anderem in Berlin, München, Waldeck, Budapest sowie in East Lansing/USA. Ein komplettes Werkverzeichnis liegt bis heute nicht vor. Erst in jüngster Zeit hat sich die Zahl der bekannten Streichquartette Koesslers von zwei auf elf erhöht.

Von der Intendanz der Hofer Symphoniker hat der HuK von einer Aufnahme Koesslers "Symphonischen Variationen" in den 1980er Jahren durch den Bayerischen Rundfunk erfahren.Der Arbeitskreis rechnet mit Gesamtkosten für das Archiv von 16 500 Euro.

KonzertEin besonderes Konzert für Koessler-Freunde bietet der Heimat- und Kulturverein am Pfingstsamstag, 3. Juni, um 19 Uhr in der Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk. Lokale Musiker spielen neben Kompositionen Koesslers Musik seines Großcousins Max Reger, seines Lehrer Franz Wüllner, des gebürtigen Parksteiners Franz Strauß und dessen Sohn Richard Strauss sowie ein "Intrada" von Hans Melchior Brugk. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.
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