200 Mal tonnenweise Hilfe

Lokales
Kemnath
24.03.2015
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Ein Jubiläum der Großherzigkeit: Die Kemnather Kroatienhilfe schickte dieser Tage den 200. Lkw mit Hilfsgütern in Richtung Balkan. Auch nach 22 Jahren sei die Hilfe nötig, sagen die Helfer. Gut möglich also, dass es noch weitere Jubiläen zu feiern gibt.

Die Zahl lässt aufhorchen: Der 200. Lastzug der Kroatienhilfe startete letzte Woche ins ehemalige Jugoslawien. "Dieses Werk der Nächstenliebe und die Arbeit der Helfer verdienen große Anerkennung", meinte Stadtpfarrer Konrad Amschl beim Beladen in Kötzersdorf. Er wisse, dass damit viel Arbeit verbunden ist und verbunden bleibt. "Es ist kein Ende der Not in Sicht", meinte Klaus Fiebig. Die Kroatienhilfe engagiert sich hier seit mehr als 22 Jahren. Die Lage der Menschen habe sich seither kaum gebessert.

Die Aktion geht auf die Initiative von Pfarrer Josef Paulus im Jahr 1992 zurück. Der damalige Priesteramtskandidat studierte ein Jahr in Zagreb. Als ihn dort Pfarreien und Klöster um Hilfe baten, organisierte er 1992 mehrere Transporte selbst. Weihnachten 1992 übernahm der Kemnather Frauenbund und begründete so die Kroationhilfe.

Rund 1200 Kilometer muss der Fahrer einer Spedition aus Kroatien jedes Mal bewältigen. Mit den vorgeschriebenen Pausen braucht er dazu zwei Tage. Der 200. Lastzug hatte 20,6 Tonnen geladen, 12,5 Tonnen Speisekartoffeln, 5,4 Tonnen Möbel, 1,8 Tonnen Textilien und eine knappe Tonnen sonstige Hilfsgüter. Ziel war das südbosnische Capljina etwa 100 Kilometer südwestlich von Sarajewo. "Dort wird die Hilfe nach wie vor dringend benötigt", berichtete Fiebig. Besondere Unterstützung erfährt das Altenheim von Domanovici. Dort gibt es nur eine Mahlzeit am Tag. Für das Abendessen sind die Pfarrei von Domanovici und die Heimbewohner auf fremde Hilfe angewiesen. "Was Staat und Caritas zur Verfügung stellen, ist zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel", bedauerte Richard Pscherer. Die Helfer wissen, wie dankbar die Menschen für die Hilfe sind.

Dass jetzt wieder ein Lastzug mit Hilfsgütern auf Reisen gehen konnte, hat zwei wesentliche Gründe. Zum einen die vielen Spenden aus der gesamten nördlichen Oberpfalz und Oberfranken. Zum anderen sind es die Helfer, die beim Beladen stundenlang auf dem Hof der Familie Raps in Kötzersdorf beschäftigt sind. "Spendern und Helfern sind wir zu großem Dank verpflichtet", sagt Josef Raps.

Wer die Arbeit unterstützen will, kann das mit einer Geldspende auf das Konto "Kroatienhilfe Kemnath" bei der Sparkasse Oberpfalz Nord IBAN DE30753500000000007377BIC BYLADEM1WEN. Wer eine Spendenquittung wünscht, soll seine Adresse angeben.
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