Alle wollen ihn - eigentlich...

Lokales
Kemnath
16.11.2015
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Kommt der Radweg von Oberndorf nach Wirbenz? Oder scheitert das gesamte landkreisübergreifende Projekt? Diese Fragen dominierten die Diskussion bei der Bürgerversammlung in Kötzersdorf. Und die Antwort bleibt offen.

Seit vielen Jahren ist es schon fast "gute Tradition", dass sich die Bürgerversammlung für den Bereich Kemnath-West mit einem ganz speziellen Thema befasst - nämlich den Planungen für einen Radweg von Oberndorf bis zur Bayreuther Landkreisgrenze bei Wirbenz. Während auf der Seite der Gemeinde Speichersdorf alle nötigen Grunderwerbe bereits abgeschlossen werden konnten, stellt sich die Situation im Bereich Kemnath anders dar. "Die Grunderwerbe sind nicht in trockenen Tüchern", führte Bürgermeister Werner Nickl bereits in seinem Referat aus. Mit zwei Landwirten sei man sich nicht einig geworden, obwohl es sehr gute Angebote für die Grundstückseigentümer gegeben habe. Nickl lieferte mit diesen Ausführungen natürlich die "Steilvorlage" für eine spätere Diskussion, die aber sowieso aufgekommen wäre.

Auf Nachfrage erklärte der Bürgermeister, dass man den einen Landwirten nicht mehr geben könne als den anderen. "Das wäre finanziell nicht darstellbar und nicht vertretbar", so Nickl. Sollte man mit den Landwirten nicht einig werden, dann werde seiner Einschätzung nach der Radweg von Wirbenz aus bis zur Tirschenreuther Landkreisgrenze nicht gebaut. "Das würde ja keinen Sinn machen", sagte der Bürgermeister. Er verwies aber auch darauf, dass die Radweg-Planungen vom Staatlichen Bauamt stammen und es Aufgabe der Kommune sei, die Grundstücksverhandlungen zu führen. In der Diskussion meldeten sich auch die beiden angesprochenen Landwirte zu Wort: Sie führten aus, dass sie der geplanten Führung und Ausgestaltung des Radweges nicht zustimmen könnten.

Unter anderem seien die vorgesehenen Radien und geschwungenen Wegführungen unpraktisch und würden ihnen die Bewirtschaftung der Felder ohne Not erschweren. Sie seien nicht bereit, sich den "Schwarzen Peter" zuschieben zu lassen. "Wir sind grundsätzlich beide abgabebereit", so die Landwirte unisono. Ihnen gehe es nicht darum, einen Radweg zu verhindern. Das habe man auch immer wieder in Gesprächen mit der Stadt und dem Staatlichen Bauamt deutlich gemacht.

Bürgermeister Werner Nickl führte aus, dass es doch nicht - gemessen an den jeweiligen Grundstücksgrößen - an einigen wenigen Metern scheitern könne. "Überall werden Radwege gebaut, derzeit gibt es dafür Geld ohne Ende", so Nickl. Die Aussage der Landwirte, abgabebereit zu sein, kommentierte der Bürgermeister mit Blick auf die vergangenen Verhandlungsrunden mit der Feststellung, dass ihm jetzt "allmählich der Kragen zu eng" werde. Bis Ende November, so die Vorgaben des Staatlichen Bauamtes, habe man noch Zeit, das Projekt weiterzuverfolgen. "Aber dann mache ich in dieser Angelegenheit nichts mehr", kündigte Nickl an. Es bleibt also spannend...
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