Als Organisationstalent gefordert

Abschied nehmen vom Schuldienst heißt es am 31. Juli für den Kemnather Schulleiter Josef Etterer. Bild: jzk
Lokales
Kemnath
18.07.2015
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Seit 40 Jahren ist Josef Etterer im Schuldienst. 22 Jahre davon hat er an verschiedenen Bildungsstätten in der Leitung mitgearbeitet. An der Spitze der Grund- und Mittelschule Kemnath steht er seit neun Jahren. Ein weiteres wird es nicht geben.

Auf ein erfülltes Lehrerleben blickt Josef Etterer zurück. Geboren wurde er 1951 in Atzmannsberg. Nach dem Besuch der Grundschule in Waldeck besuchte er das Augustinus Gymnasium in Weiden, wo er 1972 das Abitur ablegte. Nach dem Wehrdienst begann er das Studium für Lehramt an Volksschulen an der Universität in Regensburg.

Von Trevesen nach Kemnath

Sein erster Dienstort war die Sonderschule für Lernbehinderte in Trevesen. 1977 erfolgte die Versetzung an die Volksschule Kemnath, wo er bis 1993 unterrichtete. "In meiner vierjährigen Zeit als mobile Reserve im Schulamtsbezirk Tirschenreuth konnte ich an vielen Schulen wertvolle pädagogische Erfahrungen sammeln", erzählt der Kastler.

Nach der Pensionierung von Konrektor Hans Köferl wurde er 1993 erster Konrektor in Kemnath. 1998 wechselte er als Schulleiter an die Volksschule am Rauhen Kulm in Speinshart. Acht Jahre später löste Rektor Hans Müller an der Volksschule Kemnath (Grund- und Hauptschule) ab.

In seine Dienstzeit fielen große Veränderungen wie die Auflösung der Teilhauptschulen in Bayern. Das hatte zur Folge, dass die Schüler der Teilhauptschule I in Kulmain (Klassen 5 und 6) und der Teilhauptschule II in Immenreuth (Klassen 7 bis 9) in die Volksschule Kemnath eingegliedert wurden. Die Hauptschulen erhielten die Bezeichnung Mittelschule. Die Mittelschulen in Kemnath und Speichersdorf sowie die Fichtelnaabtalschule in Ebnath/Neusorg schlossen sich in einem Schulverbund zusammen.

Großen Wert legte Etterer auf eine gut funktionierende Kooperation mit der Realschule Kemnath. Bei der Organisation der sehr gut besuchten Ausbildungsmessen wechseln sich beide jährlich ab. "Neue Lehrpläne in der Grund- und Hauptschule und die Mitverantwortung für die drei Schulhäuser in Kemnath, Kastl und Waldeck erforderten einen hohen Organisationsaufwand", erinnert sich Etterer. Der Schulverband zog mit und schaffte immer wieder sehr gute Voraussetzungen für die tägliche Unterrichtsarbeit. Auch der Schulbusverkehr funktionierte tadellos.

Sehr zufrieden ist der scheidende Schulleiter mit den Lehrerkollegien, die er nicht nur in Kemnath, sondern auch im Schulverband am Rauhen Kulm hatte. "Kollegiale Teamarbeit und ein gutes Schulklima haben mir die Arbeit als Rektor sehr erleichtert." Dafür sei er sehr dankbar. Hervorragend sei auch die Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt, den Elternbeiräten und den Sachaufwandsträgern gewesen.

2010 wurde zweite Konrektorin Gisela Kastner Schulleiterin an der Mittelschule in Mitterteich. Wegen der sinkenden Schülerzahlen wurde diese Funktionsstelle an der Kemnather Schule nicht mehr besetzt.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sieht Etterer der Abschiedsfeier durch die Schüler am Montag, 20. Juli, und der offiziellen Verabschiedung am Donnerstag, 30. Juli, entgegen. Seine Nachfolgerin wird Christine Wiesent. Sie ist derzeit noch Rektorin an der Rehbühlschule in Weiden. "Ich werde ihr in der sicher nicht leichten Übergangszeit jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen", versichert er.

"Zweitjob" Bürgermeister

Was er im Ruhestand macht? "Es wird mehr ein Unruhestand" schmunzelt er, "bis zum Jahr 2020 bin ich Bürgermeister von Kastl." Ein bisschen Zeit für seine Hobbys, die Waldarbeit und das Radfahren werde aber noch bleiben, hofft er.
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