Alte Kastler Kirchturmuhr in neuer Ausstellung zu sehen
Riesiges Uhrwerk

Lokales
Kemnath
30.04.2015
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"Tempus fugit - die Zeit flieht": So heißt die Ausstellung, die am Sonntag, 3. Mai, um 10 Uhr im Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum in der Fronveste eröffnet wird. Gezeigt werden sehenswerte Zeitmesser aus verschiedenen Epochen.

Eine besondere Attraktion ist dabei die Kirchturmuhr von Kastl bei Kemnath: Ihr mechanisches Werk ist im benachbarten Meisterhaus als Begleitobjekt zur Ausstellung zu bewundern. "Andreas Nebel und Patrick Buchka haben tatkräftig mitgeholfen, um das schwergewichtige Objekt aus seinem bisherigen Quartier in Waldeck dorthin zu bringen", erzählt Museumsleiter Anton Heindl.

Aus der Plakette auf der Uhr ist ersichtlich, dass das große Uhrwerk 1917 vom Uhrenbaubetrieb Strobl in Regensburg geschaffen wurde. Die gleiche Firma fertigte im selben Jahr die Kemnather Kirchturmuhr, die sich noch heute an ihrem angestammten Platz befindet. Das Uhrwerk ist als Poster im Schaufenster des Heimatkundlichen Arbeits- und Förderkreises (HAK) im Turmdurchgang zu bestaunen.

In der handschriftlichen Chronik im Stadtarchiv ist nachzulesen, dass die Kemnather Kirchturmuhr 1917 von der Firma Strobl in Regensburg für 2600 Mark erworben wurde. "Und das mitten in den Wirren des Ersten Weltkrieges", wundert sich Anton Heindl. "Gab es vielleicht eine Absprache zwischen Kastl und Kemnath wegen Mengenrabatt?", fragt er sich. Noch gibt es keine Antwort darauf. Aber die Unterlagen des Pfarrarchivs Kastl werden in Kürze archiviert und dokumentiert.

Heindl, ein leidenschaftlicher Sammler von mechanischen Musikinstrumenten und Uhren aller Art, hat derzeit über 100 Objekte in seinem Fundus. Er hat das Kastler Turmuhrwerk im Frühsommer 1977, als es ausgesondert wurde, vom benachbarten Alteisenhändler Hermann Hohl erworben. Recht unsanft war es damals entsorgt worden. "Der Rahmen wurde einfach in drei Teile geflext und vom Kirchturm geworfen", berichtet Heindl. Diese Spuren sind heute noch deutlich zu erkennen. 2005 wurde das Uhrwerk sandgestrahlt und mit Klarlack lackiert. Heindls Sohn Michael fertigte ein Podest dafür an.

"Bringen Sie Ihre Uhrenschätze mit", fordert Anton Heindl die Besucher des Museumsfestes am Sonntag, 3. Mai, auf: "Uhrendoktor Nowak berät Sie von 10 bis 16 Uhr." Und: Beim Frühschoppen im Meisterhaus gibt es Weißwürste, Kaffee und Kuchen.
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