Bürgermeister Werner Nickl einigt sich mit Maibaum-Dieben auf Auslöse-Summe
Kurze Verhandlung über "Geisel"

Lokales
Kemnath
28.04.2015
3
0
Drei Tage lang war er weg, der Kemnather Maibaum: von Freitagnacht bis Montagabend. Bürgermeister Werner Nickl erfuhr am Sonntagabend gegen 21 Uhr durch einen Anruf vom Maibaumklau. "Natürlich mache ich den Spaß mit. Das ist Brauchtumspflege. Und es ist ja auch unterhaltsam", betont der Bürgermeister auf Nachfrage lachend. Sorge hat ihm nur eine Sache bereitet: "Der Maibaum ist immer gut weggesperrt. Deshalb befürchtete ich, dass etwas beschädigt wurde."

Aus diesem Grund wurde die Polizei informiert, um bei der Ortsbegehung dabei zu sein und mögliche Schäden aufnehmen zu können. "Aber zum Glück ist nichts kaputt, die haben sich da anscheinend ziemlich schmerzfrei Zugang verschafft", ist Nickl erleichtert. Rechtliche Konsequenzen müssen die "Diebe" also nicht befürchten.

Noch am Sonntagabend begannen die Verhandlungen. "Wir haben uns schnell angenähert. Die Forderungen kamen auf den Tisch und wir fanden eine Einigung. Ich hatte keine Chance, wir wollen ja unseren Baum wieder", berichtet der Bürgermeister ein wenig wehmütig. Der Preis für den Baum: drei Kästen Bier und ein Spanferkel. Auch der Waldecker und der Maibaum vom Kemnather Rosenweg wurden als "Geiseln" genommen. "Soweit ich weiß, laufen da aktuell auch schon Verhandlungen", sagt Nickl. Die Übergabe wurde für Montagabend vereinbart. "Bis jetzt weiß ich nicht, von wem der Baum geklaut wurde. Ich bin sehr gespannt. Aber ich werde meinen Teil erst dann übergeben, wenn die 'Geisel' übergeben wird", betont der Bürgermeister wenige Stunden zuvor. Spätestens bei der Auslöse wolle er wissen, wer hinter der Aktion steckt.
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.