Cantabile Regensburg singt Hans von Koessler
Konzert wie für Sisi

Lokales
Kemnath
12.06.2015
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Die Vorfreude war auf groß: In der Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk gastierte der gemischte Chor Cantabile Regensburg. Das von Professor Matthias Beckert geleitete Ensemble bot den rund 150 begeisterten Zuhörern ausschließlich Werke des in Waldeck geborenen Komponisten Hans von Koessler, einem Cousin Max Regers.

Die 18 Männer und fast ebenso viele Frauen trugen zunächst beschwingt die "Neun Lieder für gemischten Chor", vom "Wanderers Nachtlied" über "Es fällt in Stern", "Mein Lieb ist eine rot Ros'" bis "Einsamkeit" vor. Harmonisch sicher setzen die jungen Sänger die Übergänge vom feinen Pianissimo bis zum klangvollen Fortissimo um.

Preisgekröntes Stück

Dem schloss sich das schwierigste Stück des Konzerts an: Hans von Koesslers preisgekrönter "Psalm 46", der höchste Anforderungen an den Doppelchor sowie die beiden Solistenquartette stellt. Für dieses Werk gewann Koessler einen Kompositionswettbewerb des Wiener Tonkünstlervereins unter Jury-Vorsitzendem Johannes Brahms. Beckert, der 2002 die Leitung übernommen hat, dirigierte dabei ruhig und klar. Von den Zuhörern in seinem Rücken aus gesehen, schien er "nur" den Takt vorzugeben. Doch feinste Nuancen deutete er, fast nur für seine Sänger sichtbar, mittels seines Mienenspiels und kleiner Handbewegungen an.

Noch vor der Pause erklangen die Männerchorstücke. "Salvum fac regem" hatte von Koessler zum Namensfest der Kaiserin und Königin Elisabeth, besser bekannt als Sisi, komponiert. Er hatte es ausschließlich für die Aufführung in Gödöllö vorgesehen. Er wird es sicher verzeihen, dass es auch in Waldeck zum Programm gehörte. Es folgten die im Minnelied-Stil komponierten Stücke "Mein Herz das betrübet sehr", "Gesegne dich Gott" und "In einem Rosengärtlein".

Noten aus Budapest

Beim Hymnus "Victoria! Sueeexit nostra gloria!" stimmten die Frauen wieder mit ein. Das Notenmaterial dafür hatte Beckert direkt aus Budapest beschafft. Dem "Psalm 51", den der Chor mit sichtbarer Hingabe vortrug, schlossen sich die "Drei ernsten Chöre" an. Während das "Gebet auf den Wassern" pulsierte wie ein lebendiger Organismus klang bei "Heimatlos" Koesslers Biografie durch, hatte er doch über 30 Jahre fern der Heimat im ungarischen Budapest gelebt. Die "Hymne an die Nacht", die die Sternennacht als wachendes Auge beschreibt, beschloss nach eineinhalb Stunden das Konzert.

Georg Wagner, Vorsitzender des veranstaltenden Heimat- und Kulturvereins (HuK), nannte das Gastspiel einen Höhepunkt für dem Markt und den Verein. Ein Wort des Dankes richtete er an Josef Brunner, der den Kontakt zu Cantabile Regensburg und Professor Beckert hergestellt hatte, sowie an alle Helfer.

Josef Brunner hatte vor dem Auftritt die einführenden Worte gesprochen und das Ensemble vorgestellt, das 2013 den ersten Preis des Bayerischen Chorwettbewerb gewonnen hat und sich Preisträger des Deutschen Chorwettbewerbs 2014 nennen darf. Zahlreiche Auszeichnungen bei renommierten Wettbewerben im In- und Ausland sowie mehrere CD-Veröffentlichungen belegen zudem das hohe Niveau der Sänger.
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