Chrom, Lack und Leder

Zwei absolute Klassiker, die zur allgemeinen Motorisierung der Deutschen einen erheblichen Teil beigetragen haben: Der VW Käfer - hier in aufgepeppter Ausführung - und das Goggomobil. Bilder: bkr
Lokales
Kemnath
31.08.2015
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Wer wollte am Samstag alte Fahrzeuge seh'n, der musste in die ehemalige Kreisstadt geh'n. Kemnath war zum 25. Mal Anziehungspunkt für stolze Besitzer Chrom funkelnder und Lack glänzender Autos und Motorräder vergangener Zeiten.

Eine Augenweide für die Zuschauer. Sie drängten beim Defilee am Vormittag auf den Marktplatz und bestaunten auf den Parkplätzen rund um die Mehrzweckhalle nicht nur die 214 offiziell gemeldeten zwei- und vierrädrigen Oldtimer. Das Stelldichein der historischen Fahrzeuge bereicherten neben alten Bekannten viele neue Gäste. So begrüßte Organisator Elmar Högl das internationale Ehepaar Gordon und Jana Robertson. Der Schotte kam mit einer Indian, Baujahr 1926, und seine tschechische Gattin auf einer 16 Jahre jüngeren NSU.

Rekordbeteiligung

"Ideale Rahmenbedingungen", freute sich Elmar Högl zu Beginn des Empfangs des rollenden Museums auf dem Marktplatz um 10 Uhr. Bereits zu diesem Zeitpunkt rechnete er mit einer Rekordbeteiligung. Er sollte recht behalten.

Kaiserwetter mit einem weißblauen Himmel und strahlendem Sonnenschein half mit, dass sechs Fahrzeuge mehr als im Vorjahr gemeldet wurden. 214 registrierten Elfriede und Karin Klante sowie Romina Passon bei der Anmeldung. Alle Hände voll hatten sie zu tun. Elmar Högl dankte der Stadt Kemnath mit Bürgermeister Werner Nickl und dessen Bauhof für die tatkräftige Unterstützung sowie den unzähligen Helfern. "Ich freue mich, euch zu diesem Oldtimertreffen begrüßen zu dürfen", strahlte das Stadtoberhaupt. Vor dem Rathaus überreichte er jedem Teilnehmer ein Erinnerungsgeschenk.

Eine Augenweide für die Zuschauer. Sie drängten beim Defilee am Vormittag auf den Marktplatz und bestaunten auf den Parkplätzen rund um die Mehrzweckhalle die 214 offiziell gemeldeten zwei- und vierrädrigen Oldtimer. Bilder von Bernhard Kreuzer


Die Herzen der Fans durften zwei Stunden höher schlagen. Erinnerungen wurden wach. Viele gerieten ins Schwärmen, auch über alte Feuerwehrfahrzeuge, die heute noch im Dienst der Brandschützer stehen. Ein Goggomobil auf dem Anhänger. Ist das eigentlich ein Auto? Nein. Wer einmal darin saß, der musste dem Hersteller recht geben: Es ist ein Kabinenroller auf vier Rädern. Der Besitzer darf dennoch stolz sein. Ebenso rollte eine andere Rarität aus der Vorkriegszeit übers Kopfsteinpflaster: Ein rotes "Kommissbrot" Cabriolet aus Bayreuth - ein "Zwerg-Zyklop" von Hanomag aus den 20-er Jahren. 14 davon fahren heute noch in Deutschland.

Rüstig durch die Landschaft

Am Nachmittag bewiesen die Oldies ihre Rüstigkeit bei der Ausfahrt durch das Kemnather Land. Über Kulmain, Brand und Unterlind rollte die Kolonne direkt zum Mehlmeiseler Wildpark. Kräftig schnaufen hieß es bei der Bewältigung der Bergstrecke. Aber sämtliche Fahrzeuge hielten sich außerordentlich tapfer.

Zu den vielen gemeldeten Raritäten gesellten sich am Rande der beiden Areale bei der Mehrzweckhalle und dem Hallenbad zusätzliche Zeugen vergangener Jahrzehnte.
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