Der Heimatkundliche Arbeits- und Förderkreis Kemnath feiert 35. Jubiläum und erntet Lob in ...
Geschichte in bunten Facetten

Weil die Menschen in einer globalisierten Welt mehr denn je Bezugs- und Ruhepunkte suchten, erfreue sich die Heimatgeschichtsforschung seit Jahren gerade bei jungen Menschen neuer Beliebtheit: Als Trendsetter wertete Bezirksheimatpfleger Tobias Appl Vereine wie den Kemnather HAK. Bild: bjp
Lokales
Kemnath
25.09.2014
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Eine "Ideenschmiede", ein Botschafter des Kemnather Lands" - die Festredner sparten nicht mit Lob für den Heimatkundlichen Arbeits- und Förderkreis Kemnath und Umgebung. Sie legten aber auch dar, warum sich der Verein diese Attribute in den vergangenen 35 Jahren verdient hat.

Geschichte ist "in": Davon ist Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl überzeugt. "Gerade in unserer von Mobilität und Globalisierung geprägten Gesellschaft wirkt die Rückbesinnung auf die regionale Geschichte und Kultur identitätsstiftend, sie schafft Bezugs- und Ruhepunkte", konstatierte der Historiker in seinem Festvortrag zur 35-Jahr-Feier des Heimatkundlichen Arbeits- und Förderkreises Kemnath und Umgebung (HAK).

Weil dies so sei, müsse ein Verein wie der HAK nicht um seine Zukunft fürchten, zumal er mit seiner vielseitigen, kreative Impulse setzenden "interdisziplinären Arbeit" Menschen unterschiedlichster Interessenlagen und Altersgruppen anspreche. Ebenso sah es stellvertretender Landrat Roland Grillmeier, der angesichts der rund 150 Gäste im Foyer der Mehrzweckhalle festhielt: "Geschichtsarbeit ist Zukunftsarbeit, und wenn ein Verein zu seinem Jubiläum so viele Menschen zu mobilisieren vermag, so spricht das für die Aktualität seines Anliegens und die Lebendigkeit seiner Arbeit." Zu einer solchen "Ideenschmiede", deren augenfälligster "Zeuge" das vorbildhafte Heimat- und Handfeuerwaffenmuseum sei, könne sich auch Kemnath gratulieren.

Hiervon müsse man niemanden in der Stadt überzeugen, gab Bürgermeister Werner Nickl in seiner Laudatio zu verstehen: "Nicht nur die umfassende transparente und lebendige Aufarbeitung unserer Stadtgeschichte, sondern auch viele gesellschaftliche und kulturelle Ereignisse verdankt Kemnath diesem Verein, mit dem die Stadt seit eh und je zum beiderseitigen Nutzen zusammenarbeitet." Den langen Weg zum überregional anerkannten "Botschafter des Kemnather Lands" illustrierte HAK-Vorsitzender Hans Rösch in seiner Rückschau auf die Vereinsgeschichte, die am 23. März 1979 mit der Gründungsversammlung im Gasthof Kormann begann.

Wichtige Persönlichkeiten

Prägende Gestalten der ersten zwei Jahrzehnte seien die Gründungsvorsitzenden Herbert Fischer und Gerhard Schultes gewesen, die den HAK auf Erfolgskurs gebracht hätten, betonte Rösch. Durch ihre zielstrebige und findige Arbeit als Museumsleiter hätten Gerhard Schultes und Josef Leypold den Sammlungen in der Fronveste zur staatlichen Anerkennung als "Schwerpunktmuseum" verholfen. Auf diesem Fundament baue seit 2012 Anton Heindl auf, der sich mit vielen Ideen und unermüdlichem Eifer als "geborener Museumsleiter" bewährt habe.

Den vor- und frühgeschichtlichen Erkundungen von Hans Bäte sei es zu verdanken, dass Kemnath kein weißer Fleck mehr auf den Landkarten zur Siedlungsgeschichte der Stein-, Bronze- und Eisenzeit sei, lobte Rösch. Zum Renommee des Vereins habe auch der 2011 verstorbene Hans Vitzthum beigetragen, der "wie ein Prinz das Stadtarchiv aus dem Dornröschenschlaf erweckte". Mit Robert Schön sei ein engagierter Nachfolger gefunden worden.
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