Der Tod als Erlösung

Lokales
Kemnath
14.12.2015
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18 Jahre war Peter Prechtl Kemnaths Bürgermeister. Dass seine Leistungen nachwirken, zeigte seine Beerdigung. Seit Jahren konnte er wegen seiner Krankheit nicht am öffentlichen Leben teilnehmen. Die große Trauergemeinde bewies, dass der Ehrenbürger unvergessen ist.

"Der Tod von Peter Prechtl war eine Erlösung", sagte Stadtpfarrer Konrad Amschl beim Requiem in der Stadtpfarrkirche. Trotz seiner knappen Freizeit stand er als liebevoller Vater seinen sieben Kindern immer zur Seite. So konnten sie ihm in seinem Leiden ein wenig zurückgeben. "Er war immer für uns da, und wir konnten uns auf ihn verlassen", heißt es in der Todesanzeige. Begleitet von seiner Ehefrau und umsorgt von den Schwestern der Caritas, konnte er zu Hause in vertrauter Umgebung sterben.

Mit fünf Geschwistern wuchs Peter Prechtl in Kemnath auf. Nach Volksschule in Kemnath und Gymnasium in Regensburg begann er mit 15 Jahren eine Lehre im Geschäft seines Vaters. 1971 kam er zur Sparkasse, 1977 absolvierte er die gehobene Sparkassenprüfung. 1964 heiratete er seine Ute, die ihm sieben Kinder schenkte. "Die Familie war für ihn der Lebensmittelpunkt und Halt", betonte der Geistliche, der bei der Beerdigung der einzige Redner war, so wie es sich der Verstorbene gewünscht hatte. Im Namen der Stadt und der Vereine würdigte der Geistliche die Verdienste Prechtls.

1984 wurde er zum Bürgermeister gewählt. In diesem Amt habe er sich große Verdienste um die Stadt Kemnath erworben. Amschl erinnerte an den Anbau und die Erweiterung der Schulen, die Weiterentwicklung für Gewerbe und Industrie und die Ausweisung neuer Wohngebiete, um neuen Bürgern die Ansiedlung zu ermöglichen.

Mit der Altstadtsanierung auf dem Stadtplatz und in den Seitenstraßen hat er das Bild der Stadt geprägt. Die Renovierung der Heiligensäulen um Kemnath und der Burgruine Waldeck war ihm ein großes Anliegen. "Für das vertrauensvolle Verhältnis zwischen der Stadt und den Kirchen möchte ich ihm ein herzliches Vergelt's Gott sagen", betonte Amschl. Die vielen Vereine, in denen er Mitglied war, sind ihm dankbar für seine Unterstützung. Das Bürgermeisteramt war für ihn Berufung und Lebensaufgabe. "Er war mit Herzblut Bürgermeister", meinte der Geistliche, "er war stets zuverlässig und wollte, dass es der Stadt und ihren Bürgern gut geht."

"Es gib nichts, was nicht zu schaffen ist", war sein Leitmotiv. Als Kreisrat waren ihm das Zusammenwachsen des Landkreises und der Erhalt der Krankenhäuser ein Anliegen. Als stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates der Sparkasse brachte er seinen Sachverstand und unternehmerischen Rat ein.

Die musikalische Gestaltung der Totenmesse hatten der Katholische Kirchenchor und Geiger Siegfried Zaus übernommen. Angeführt von der Stadtkapelle Kemnath bewegte sich nach dem Requiem ein langer Trauerzug zur neuen Aussegnungshalle. Von dort geleiteten Bürgermeister Werner Nickl, Roman Schäffler, Klaus Ferber und Herbert Ponnath den Sarg zur Wegsegnung. Nach dem Choral "Ich hatt' einen Kameraden" und drei Böllerschüssen spielte Rita Kunz auf der Trompete das "Feierabendlied". Die Urnenbeisetzung erfolgt im Kreise der Familie.
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