"Die Leute kommen auch bei Regen"

Festwirt Armin Schinner. Bild: stg
Lokales
Kemnath
20.08.2015
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Sechs Tage beste Stimmung - auch bei schlechtem Wetter: Festwirt Armin Schinner ist zufrieden mit dem 66. Kemnather Wiesenfest. Im kommenden Jahr sollen einige kleinere Baumaßnahmen weitere Verbesserungen bringen.

Das 66. Wiesenfest ist am Dienstagabend mit einem Feuerwerk zu Ende gegangen. Für Festwirt Armin Schinner war es die 29. Ausgabe, hinter ihm liegen einige schlaflose Nächte, dennoch macht er am Mittwochvormittag einen entspannten Eindruck. "Die Stimme ist etwas heiser", sagt Schinner und räuspert sich mehrmals im Laufe des Gesprächs. Seine Bilanz fällt - trotz zweier Regentage - gut aus.

Exakte Zahlen kann er noch nicht präsentieren, aber sein Gefühl sagt ihm: "Die Leute sind nicht daheimgeblieben, sie kommen auch bei Regen." An Anziehungskraft habe das Volksfest nicht verloren, mit Blick auf den Bierkonsum stellt er fest: "Weniger als im vergangenen Jahr ist sicher nicht getrunken worden." Wer am Dienstagabend das Wiesenfest besucht hat, kann nachvollziehen, warum die Gesamtbilanz gut ausfällt: Ein volles Bierzelt, lange Schlangen an den Essensständen, eine Budengasse, durch die man sich nur recht langsam kämpfen konnte. Das Brillantfeuerwerk sorgte fürs Ambiente. Der Regen am Sonntag und Montag sei bedauerlich gewesen, so Schinner, besonders weil es gerade den Kindernachmittag erwischt hat. Mit der Qualität der Bands war er zufrieden, einen "Totalausfall" habe es nicht gegeben. "Sehr positiv ist bei den Besuchern angekommen, dass die Bands und Kapellen fast ausschließlich aus der Region waren", berichtet Schinner von den Rückmeldungen. Stolz mache ihn, dass viele junge Leute ihm von der Kemnather Wiesn vorgeschwärmt haben.

Ans Aufhören denkt Schinner dann auch nicht. Er freue sich aufs 30. Jubiläum. "Aber etwas kürzer trete ich mittlerweile schon", räumt er ein. Sohn Michael ist in den vergangenen Jahren immer stärker in die Planungen hineingewachsen. "Und natürlich möchte ich diese Tradition auch einmal weitergeben", sagt Schinner, der bereits sein halbes Leben Festwirt in Kemnath ist. Einen großen Wunsch an den Stadtrat hat Schinner für das nächste Jahr - eine "anständige Toilettenanlage auf dem Festplatz". Mit weiteren kleineren Baumaßnahmen könne man verhindern, dass bei Regenwetter "Land unter" auf dem Festplatz herrscht.

Der Polizeiinspektion Kemnath bescherte das Wiesenfest einige Anzeigen, wie Inspektionsleiter Bernhard Gleißner am Mittwoch berichtete. Fünf Straftaten seien der Polizei bekannt: Bei einem Streifengang am Freitag zeigte ein Budenbesitzer den Diebstahl von zehn Lebkuchenherzen an. Der etwa 1,80 Meter große, rund 25 Jahre alte Täter wurde bislang nicht ermittelt. "In der Nacht zum Sonntag hat sich wohl ein Festbesucher, der nicht zu Fuß nach Hause gehen wollte, das Fahrrad des Mitarbeiters eines Fahrgeschäfts ,ausgeliehen'", so Gleißner. Das Rad wurde im Stadtbereich unversehrt gefunden, der Geschädigte hat es wieder. Die Polizei ermittelt.

Wie berichtet, musste in der Nacht von Sonntag auf Montag ein 30-Jähriger nach Pöbeleien, Beleidigung und Widerstands gegen Beamte in Polizeigewahrsam genommen werden. Weiterhin gerieten am Montagabend zwei Männer aneinander, wobei einer der Kontrahenten den anderen ohrfeigte. "Während des Wiesenfests haben wir auch eine ganze Reihe Autofahrer kontrolliert", sagt Gleißner. Gefunden hätten seine Beamten wenig, Ordnungswidrigkeiten, wie verpasste TÜV-Untersuchungen oder vergessene Fahrzeugpapiere und Führerscheine. Sehr positiv sei aber festzustellen, dass kein Fahrzeugführer alkoholisiert war.
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