Dr. Gerhard Jilge nennt drei Faktoren gegen Gefäßerkrankungen: Ernährung, Bewegung und ...
Gesund alt werden keine Kunst

Dr. Gerhard Jilge. Bild: wew
Lokales
Kemnath
10.03.2015
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Die Ankündigung klang vielversprechend: "Die Kunst gesund zu bleiben." Unter diesem Motto hatte der Chefarzt der Inneren Abteilung am Krankenhaus Kemnath, Dr. Gerhard Jilge, ins Foyer der Kemnather Mehrzweckhalle eingeladen. Und er enttäuschte die zahlreichen Zuhörer nicht.

Von dem Mediziner erfuhren sie, wie Gefäßalterungen erkannt und wie ihnen entgegengewirkt werden kann. Bertis im Alter von 25 bis 30 Jahren seien Fettablagerungen in Blutgefäßen erkennbar. Diese könnten mit zunehmendem Alter mehr und größer werden, erklärte Jilge. Auch eine Verdickung der Herzmuskelschicht bei schweren Belastungen führe zu einer verminderten Durchblutung der Herzkranzgefäße, was schließlich in einen Herzinfarkt münden könnte. Nicht alle kleinen Verschlüsse seien im Ultraschallbild nachweisbar.

Seien diese einigermaßen gleichmäßig verteilt, sei bis ins hohe Alter ein Leben ohne Beschwerden möglich. Verengungen treten laut dem Referenten ab dem 20. Lebensjahr auf. Vor allem durch Nikotingenuss, auch beim Passivrauchen, könne es zu schweren Schäden kommen.

Das Sterbealter sei durch den medizinischen Fortschritt in Europa auf 74,5 Jahre und bei Frauen auf 81,4 Jahre angestiegen. Von allen Todesursachen lägen Durchblutungsstörungen und schwerer Herzinfarkt noch vor allen Krebsarten an der Spitze. Weltweit komme noch die Lungeninfektion hinzu, der mit geeigneter Abwasserbeseitigung, Hygienemaßnahmen, Impfungen und anderen Medikamenten begegnet werden könne.

Wichtiger Baustein eines gesunden Lebens sei die Ernährung. Diese sollte überwiegend aus Obst und Gemüse bestehen. Fleisch, Fette und Süßes sollten in den Hintergrund treten. Die Begleitstoffe einer zu üppigen Ernährung, die berüchtigten Sauerstoffradikale, führten zu einem vorzeitigen Alterungsprozess. Hauptrisikofaktoren seien hier oxydiertes LDL-Cholesterin, Sauerstoffmangel und Diabeteserkrankungen. Auch hier wirke sich die vermehrte Zufuhr von Obst und Gemüse sowie Omega-3-Fettsäuren günstig aus. Zu vermeiden seien zudem alle Stressfaktoren in Verbindung mit Alkoholmissbrauch, Nikotin, zu viel Koffein und bestimmte Medikamente, vor allem Tranquilizer.

Zur gesunden Lebensführung trage ebenso Bewegung bei. Dabei müsse jedem Training eine angepasste Erholungsphase folgen. Vor einer Steigerung der Leistungskraft liege die Erhaltung der momentan verfügbaren Ressourcen. Durch regelmäßige körperliche Betätigung könnten sich kleine Herzkranzgefäße bis ins hohe Alter regenerieren und so ihre lebenswichtige Funktion ausüben.

Alle Faktoren zusammen, Bewegung, Ernährung und allgemeine Lebensführung mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr, lasse ein langes Leben ohne Einschränken zu, betonte der Chefarzt. Und an in der Zwischenzeit eindeutig widerlegte Empfehlungen wie Alkohol zur Infarktprophylaxe oder übertriebene sportliche Ambitionen erst im höheren Alter sollte niemand mehr glauben.
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