Dresdner verzaubert mit Musik

Die drei Seelsorger Heribert Stretz, Dirk Grafe und Konrad Amschl, die HuK-Vorsitzenden Georg Wagner und Leonhard Zintl sowie Thomas Völkl (hinten von rechts) bedankten sich beim Frauenkirchen-Chorkantor Matthias Grünert für das Benefiz-Orgelkonzert zugunsten der Kapelle auf dem Waldecker Schlossberg. Bild: jzk
Lokales
Kemnath
12.03.2015
21
0

Klänge, die im Gottesdienst sonst nicht an einer Orgel ertönen: Frauenkirchen-Chorkantor Matthias Grünert aus Dresden überraschte das Kemnather Publikum mit einem vielfältigen Repertoire.

Eine Stunde mit erlesener Orgelmusik bekamen die Konzertbesucher in der Kemnather Pfarrkirche geboten. Meisterhaft spielte Matthias Grünert aus Dresden. Vor vier Jahren hatte der Frauenkirchen-Chorkantor bereits in Kemnath ein Benefiz-Orgelkonzert gegeben. Auch diesmal war es Leonhard Zintl, dem zweiten Vorsitzenden des Heimat- und Kulturkreises Waldeck (HuK) gelungen, den renommierten Kirchenmusiker für ein Konzert auf der Sandtner-Orgel zu gewinnen.

Verschiedene Stilepochen

Stand sein erstes Gastspiel am Muttertag vor vier Jahren unter dem Motto "Die heitere Orgel", so konzentrierte sich Grünert diesmal auf "seriöse" Werke der Orgelliteratur. Dafür hatte er ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Bei seinem Streifzug durch verschiedene musikalische Stilepochen kamen auch die Zuhörer auf ihre Kosten, die keine ausgewiesene Kenner sind. Von Johann Sebastian Bach, dem wohl bedeutendsten Orgelkomponisten, hatte er zwei Werke ausgewählt.

Das Präludium C-Dur BWV 547, im für die Kirchenmusik ungewöhnlichen 9/8-Takt komponiert, stellte er an den Anfang des Konzerts. Louis-Claude Daquin, der berühmte französische Improvisator und Orgelvirtuose, hatte mit "Le coucou" eine bezaubernde Komposition geschaffen. Klangmalerisch stellte Grünert den Kuckucksruf in immer neuen Variationen und Registerkombinationen vor. Bei der dreisätzigen Sonata III d-Moll des deutschen Komponisten und Musiktheoretikers Georg Andreas Sorge gefiel vor allem der dritte Satz mit dem sehr bewegten Fugenthema. Niccolò Zingarelli, Päpstlicher Kapellmeister und Vertreter der sogenannten Neapolitanischen Schule, war mit der sehr gefälligen Sonata in C vertreten.

Imposante Dur-Akkorde

Die sechs Orgelsonaten von Felix Mendelssohn Bartholdy entstanden aus seiner intensiven Beschäftigung mit Bach und der evangelischen Kirchenmusik. Bei der viersätzigen Sonate II c-Moll, die Matthias Grünert spielte, gefiel den Zuhörern vor allem der dritte Satz mit den imposanten Dur-Akkorden. Als interessante Miniaturen der Orgelliteratur könnten "Allegro Pomposo C-Dur" von Thomas Adams und "Concluding Voluntary C-Dur" von Myles Foster bezeichnet werden. Dabei entlockte der Organist der 17 Jahre alten Sandtner-Orgel Klänge, die beim liturgischen Spiel bei Gottesdiensten kaum zu hören sind.

Zum Abschluss intonierte Matthias Grünert Toccata und Fuge d-Moll BWV 565. Dabei konnte er seine makellose Technik und seine Phrasierungskunst voll zur Geltung bringen. Dass er ein Klangästhet mit feinem Gespür für die richtige Wahl der Register ist, hatte er im Lauf seines abwechslungsreichen Konzertes gezeigt. Für die schnellen Registerwechsel und die vielfältigen Schattierungen bei den einzelnen Stücken war für ihn die Setzeranlage eine wertvolle Hilfe. Stehende Ovationen belohnten den Künstler für sein beeindruckendes Benefizkonzert.
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.