Edelmetall für Pfarrer Edelbert Breu: Unter großem Beifall der Haflingerzüchter und Pferdefreunde Kemnath überreichte ihm Vorsitzender Lorenz Gebert die
Mit Postkutsche zu Pferdefesten

Pfarrer Edelbert Breu (Mitte) erhielt von Vorsitzendem Lorenz Gebert (links) im Beisein des Ehrenvorsitzenden Josef Bierler die Vereinsehrennadel in Gold mit Urkunde und den Ehrentaler vom 50. Pfingstritt. Bild: hfz
Lokales
Kemnath
06.07.2015
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Vereinsehrennadel in Gold mit Urkunde und den Ehrentaler vom 50. Jubiläums-Pfingstritt 2015.

Der Geistliche aus Lauterhofen wurde beim Haflinger-Stammtisch im Vereinslokal Lubersaal ausgezeichnet. In seiner Laudatio stellte Lorenz Gebert die herausragenden Verdienste Breus für die Haflingerzucht und für den Verein insgesamt heraus, so dass der Vereinsausschuss diese Ehrung anlässlich dessen 80. Geburtstags im Oktober 2014 einstimmig beschlossen habe.

Worte haben Gewicht

Pfarrer Breu trat bereits 1968 als damaliger evangelischer Pfarrer von Edelsfeld dem Verein bei und übernahm sofort das Amt des Kassiers, das er bis 1984 sehr zuverlässig bekleidete. "Mit seiner korrekten Buch- und sparsamen Kassenführung stellte er den Verein auf eine solide Finanzbasis und wirkte auch bei der Erstellung der ersten Satzung im Jahre 1976 entscheidend mit", würdigte Gebert in seiner Laudatio. Dafür erhielt der Pfarrer bereits 1980 die Ehrennadel in Silber mit Urkunde. Oftmals betätigte Breu sich auch als geistlicher und geistiger Beistand des Vereins und hielt die Grabreden für verstorbene Mitglieder. Wenn bei Jahreshauptversammlungen gelegentlich zu hitzig debattiert wurde, dann wirkte der Pfarrer beruhigend und ausgleichend bei den Streitigkeiten. "Seine Worte hatten Gewicht und waren für alle richtungsweisend und lehrreich", sagte der Vorsitzende.

Susi seine erste Stute

Schon 1966 erwarb Breu aus dem Birgland seine erste Haflingerstute Susi, mit der er mehrere Fohlen züchtete und ein eigenes Haflingergespann zusammenstellte. Dem damaligen Posthalter in Edelsfeld kaufte er die alte Postkutsche ab, renovierte sie und besuchte mit seinem Gespann die Pferdefeste in Kemnath und in den umliegenden Dörfern.

Mit leuchtenden Augen erzählte Breu von der Hilfsbereitschaft und dem Zusammenhalt bei den damaligen Kemnather Haflingerzüchtern, insbesondere vom "Hanswolfn Michl" (Michael Ott) aus Döswitz, der ihm alljährlich selbstlos und bereitwillig aus der Patsche geholfen und wertvolle Dienste erwiesen habe. Da Breu selbst keinen Pferdeanhänger besaß, war es für ihn fast unmöglich, die Stute regelmäßig von Edelsfeld nach Kemnath zum Deckhengst bei Alfons Weidner zu transportieren. Kurzerhand räumte der Hanswolfn Michl in seinem Stall einen Pferdestand, stellte Breus Stute über mehrere Woche auf seinem Hof in Döswitz unter und trieb sie täglich von Döswitz nach Kemnath zum Deckhengst. Die Fohlen im folgenden Frühjahr waren ihm so garantiert. Beruflich war Pfarrer Breu von 1960 bis 1965 evangelischer Vikar in Sulzbach-Rosenberg und von 1965 bis 1974 Pfarrer in Edelsfeld. Dann wurde er in den Beamtendienst übernommen und wirkte von 1975 bis zu seiner Pensionierung 1998 als hauptamtlicher Religionslehrer an der Berufsschule in Bayreuth.
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