Eine Frage der Zeit

Eine Stunde vor oder zurück? In der Nacht zu Sonntag springt der Zeiger von der Drei auf die Zwei. Archivbild: Hartl
Lokales
Kemnath
24.10.2015
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Eine Stunde vor - eine Stunde zurück. Zweimal jährlich wird die Zeit umgestellt. Für die Meisten bedeutet das eine Stunde mehr oder weniger Schlaf, für andere sind die Auswirkungen größer. Sie erzählen, wie sie mit der zusätzlichen Stunde umgehen.

Kaum einem macht die Zeitumstellung mehr Arbeit als dem Inhaber eines Uhrengeschäfts. Falsch. "Ein Großteil unserer Uhren sind Funkuhren, die stellen sich automatisch um", erklärt Roswitha Schreml, Seniorchefin von "Uhren Schreml" in Grafenwöhr. Armbanduhren stellen die Mitarbeiter erst, wenn sie verkauft werden. "Da gibt es eine Sperre in der Krone, erst, wenn wir diese entfernen, stellen wir die richtige Zeit ein."

Auch Küchenuhren werden erst beim Verkauf eine Batterie eingesetzt. "Da hätten wir was zu tun, wenn wir alle am Sonntag umstellen müssten", erklärt Schreml und lacht. Lediglich die Außenuhr, die sich an der Geschäftsfassade befindet, stellen die Inhaber per Hand. Betroffen seien sie dennoch. "Häufig kommen ältere Menschen zu uns, die ihre Uhren nicht mehr selbst stellen können. Manchmal am Tag nach der Umstellung, manchmal aber auch schon vorher, um vorbereitet zu sein."

Kein Problem in der Kirche

Gottesdienstbesucher müssen die Zeitverschiebung besonders beachten, um am Sonntag nicht zur falschen Zeit vor der Kirche zu stehen. "Die Zeit für die Messe bleibt gleich. Heuer haben wir die Umstellung nicht im Pfarrbrief angekündigt, aber ich werde es nochmal betonen, dass alle in der Nacht zu Sonntag besonders aufpassen sollen", erklärt Pfarrer Martin Besold von der Katholischen Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Erbendorf. Das habe in den vergangenen Jahren immer funktioniert. "Mir ist nicht bekannt, dass schon jemand zu früh oder zu spät wegen der Umstellung gekommen ist." Auch um die Uhr im Kirchturm müsse er sich nicht kümmern, denn "die ist funkgesteuert".

Besonders betroffen sind Personen im Schichtdienst. "In der Regel dauert die Nachtschicht 12 Stunden - von 19 bis 7 Uhr", erklärt Werner Stopfer, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Eschenbach. Da die Nacht zu Sonntag jedoch eine Stunde länger ist, beginnt der Schichtdienst erst um 20 Uhr. "Dafür arbeitet die Nachmittagsschicht eine Stunde länger, die dann normal vergütet wird." Dieses System bestehe seit Jahren, "und noch nie hat es damit Probleme gegeben".

Im Krankenhaus Kemnath ist das Schichtsystem etwas anders geregelt. "Die zusätzliche Stunde wird bei uns nicht berücksichtigt. Aus einer Acht-Stunden- wird eine Neun-Stunden-Schicht", betont Renate Lindgens, Pflegedienstleiterin. Berechnet werden nur acht Stunden plus Nachtschicht- und Wochenenddienstzuschlag für die zusätzliche Stunde.

Immer dieselben

Allerdings gehen die Pflegedienstmitarbeiter nicht leer aus. "Die gleichen Kollegen arbeiten wieder bei der Umstellung zur Sommerzeit, da ist die Schicht eine Stunde kürzer - so gleichen sie das aus." Bei der Patientenversorgung müssen die Mitarbeiter nichts besonderes beachten, "da läuft alles ganz normal". "Natürlich gibt es einige, die mit der Umstellung nicht gut zurecht kommen, aber da geht es vielen so.
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