Erster Eindruck zählt

Wer einen für sich passenden Platz in einem Pflegeheim sucht, sieht sich vielen Fragen konfrontiert. Diplomsozialpädagoge Manfred Häfner lieferte wichtige Anhaltspunkte für die Entscheidungsfindung. Bild: wew
Lokales
Kemnath
06.12.2014
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Die gesetzlichen Vorgaben sind für alle Pflegeeinrichtungen gleich. Trotzdem fällt die Wahl schwer. Oft geben banale Dinge den Ausschlag - mitunter das Speisenangebot.

Das BRK-Seniorenheim "Haus Falkenstein" hatte zu einer Informationsveranstaltung zum Thema "Wenn die Eltern alt werden" eingeladen. Referent Manfred Häfner erklärte, dass zwar die gesetzlichen Rahmenbedingungen für alle Einrichtungen gelten, doch seien bei Ausstattung, Lage und Angeboten deutliche Unterschiede zu erkennen.

Nach den grundsätzlichen Überlegungen, ob eine angemessene Betreuung auch zu Hause mit Hilfe ambulanter Dienste ausreichend sein könnte, ob der Wille zum Umzug auch wirklich besteht und wie die finanziellen Auswirkungen getragen werden können, seien immer die persönlichen Vorstellungen bei der Suche zu berücksichtigen, betonte der Diplomsozialpädagoge bei der Seniorenfachstelle des Landratsamtes Tirschenreuth.

Bei der Vorauswahl spielten Lage, Umfeld und Ausstattung ebenso eine Rolle wie die Möglichkeiten für eigene Aktivitäten. Werden Leistungen wie Fußpflege, Friseur oder Einkaufsdienste vorgehalten? Wie sind die Zimmer ausgestattet? - die Bandbreite der Erwartungen sei sehr groß. Ein zentraler Punkt sei auch Art und Umfang des Speisenangebots und die Gestaltung des Tagesablaufs mit Rücksicht auf die individuellen Gewohnheiten sein. Es gelte, seine eigenen Vorstellungen genau zu überprüfen und nach Wichtigkeit zu gliedern, bevor die Frage kommenden Heime besucht werden.

Neben Beratungsgesprächen mit der Heimleitung könnten Rückfragen beim Heimbeirat und der Bewohnervertretung ebenso hilfreich sein wie Empfehlungen von Angehörigen oder Informationen von Seniorenorganisationen oder der -fachstelle bei den Landratsämtern. Zunehmend biete auch das Internet Angaben. Am wichtigsten sie jedoch der eigene Eindruck, betonte Häfner. Ist die Entscheidung getroffen, sei diese nie unumkehrbar. Neben einem Rücktrittsrecht in den ersten zwei Wochen sehe der Gesetzgeber eine Kündigungsfrist von Heimverträgen von vier Wochen zum Monatsende vor.

Der Vortrag Häfners, der auch den Rechtsanspruch auf Sozialleistungen erläuterte, regte die Zuhörer zu Nachfragen an, die auch Heimleiterin Claudia Heier und Pflegedienstleiterin Cilli Gerlang beantworteten.
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