Falsches Bild von der Oberpfalz

Lokales
Kemnath
12.01.2015
11
0

Die jüngste negative Berichterstattung über die nördliche Oberpfalz im Bayerischen Fernsehen beschäftigte Bürgermeister Werner Nickl auch beim Neujahrsempfang der Kommune. "Schlichtweg unglaublich und eigentlich Grund genug, der GEZ zu kündigen", schimpfte der Rathauschef.

Schließlich zeigten in Kemnath die hervorragenden Angebote in der Kinderbildung und -betreuung, das schulische Angebot, die hervorragende Arbeitsplatzsituation, das Wohn- und Freizeitangebot und die sehr aktive Gemeinschaft in den Vereinen und Verbänden überaus positive Wirkung. "Ich sage dies bewusst, weil wir stolz darauf sein können", betonte der Bürgermeister.

Die Verschuldung sei nicht wegzudiskutieren oder schönzureden, aber man dürfe und müsse selbstbewusst genug sein, die eigene Stärke zu zeigen. Dies werde aber konterkariert durch Berichte im Bayerischen Fernsehen: "Die Bilder, die in dieser Sendung gezeigt wurden, waren alles andere als anziehend: karge Landschaften, einsame Bauernhöfe, dunkle Wälder und ein paar Kapellen und Kriegerdenkmäler." Es sei keine Spur zu sehen gewesen von der unbändigen Innovationskraft von Industrie und Mittelstand, von den aktiven Vereinen, von der herrlichen Landschaft und auch nichts von der Modernität der Region. "Da überkommt mich die kalte Wut". Ähnliche Erfahrungen habe er schon 2013 mit dem Bayerischen Fernsehen gemacht.

In seinem Rückblick sprach der Bürgermeister von einem sehr bewegten Jahr 2014. "Es war ein Jahr mit viel Schönem, aber auch mit schlimmen Ereignissen und Entwicklungen." Nickl verwies auf die unsichere Weltlage mit den Kriegen im Mittleren Osten und in der Ukraine, die Bürgerkriege in Afrika sowie Entwicklungen, von deren Folgen Deutschland auf den unterschiedlichsten Feldern betroffen sei.

Kritik äußerte Nickl an der Pegida-Bewegung: "Wir müssen aufpassen, dass unsere Gesellschaft nicht nach rechtsaußen rückt." Die Ebola-Seuche in Afrika habe genauso in Schrecken und Sorge versetzt, wie die abscheulichen Verbrechen, die angeblich im Namen Allahs begangen wurden, zuletzt in Paris mit der Ermordung unschuldiger Menschen. "Das Jahr war, global gesehen, ein Jahr voller kriegerischer Auseinandersetzungen. Stimmungsmäßig, würde ich sagen, haben die negativen Ereignisse bei Weitem überwogen", meinte Nickl. Für 2015 wünsche man sich nichts mehr als endlich Entspannung und Frieden.

Das kommunalpolitische Jahr sei vor allem geprägt gewesen durch die Wahlen und die neue Zusammensetzung des Stadtrates. Darüber hinaus sei aber auch viel passiert, wie bereits in den Bürgerversammlungen zu erfahren gewesen sei. "Die Familienfreundlichkeit, die innovative Kraft, die nicht nur auf dem Papier steht, greift."

"Brauchen keine Pegida"

2014 habe die Kommune die Hausaufgaben gemacht und für 2015 habe man sich viel vorgenommen - vom Umbau des Dietl-Anwesens zum Bürgerhaus über die Weiterentwicklung des Familienzentrums bis hin zur Fortschreibung des Städtebaulichen Entwicklungskonzepts. Kemnath wolle sich weiterhin als liebens- und lebenswerte Stadt präsentieren - auch für die angekommenen Kriegsflüchtlinge. "Empfangen wir sie ohne Vorbehalte mit der uns eigenen Hilfsbereitschaft und Toleranz. Wir brauchen keine Demonstrationen, keine Pegida."

Zwei echte Schornsteinfeger, die "Glücksbringer" ausgaben, sowie per Handschlag Stadtoberhaupt Werner Nickl hatten zu Beginn mehrere Hundert geladene Gäste - darunter Landrat Wolfgang Lippert, zahlreiche Ehrenbürger und Ehrennadel-Träger, viele Vereinsvertreter sowie eine Delegation des 709. Military Police Bataillon mit Kommandeur Matthew Gragg an der Spitze - im Neuen Foyer begrüßt. Nickl und Ehefrau Elisabeth verteilten Süßes mit Stadtwappen. Musikalisch gestalteten den Empfang die drei "KEMs", Roland Amm, Siegfried Zaus und Hans Liedtke. Den Segen für das neue Jahr spendeten die Pfarrer Dirk Grafe und Konrad Amschl.
Weitere Beiträge zu den Themen: Januar 2015 (7958)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.