Flüchtlingen Heimat geben

Lokales
Kemnath
26.01.2015
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Mit dem Thema "Heimatlos" griff der erste ökumenische Gottesdienst in diesem Jahr eine aktuelle Problematik auf. Denn viele stehen Flüchtlingen ablehnend gegenüber. Zum Gesinnungswandel sollte auch ein Blick ins Evangelium beitragen.

(jzk) Die beiden Pfarrer Dirk Grafe und Konrad Amschl sowie der Arbeitskreis 365 luden in die evangelische Friedenskirche ein. Dabei beteten die Gläubigen beider Konfessionen auch für die Flüchtlinge, die in jüngster Zeit nach Kemnath kamen. "Sie wurden in ihrer Heimat wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität oder politischen Überzeugung verfolgt", betonte der katholische Geistliche in seiner Predigt, "Terror und Krieg bedrohte ihr Leben."

Es gebe aber auch Menschen, die aus großer materieller Not und Hoffnungslosigkeit zu uns kommen. "Niemand wünscht sich, auf der Flucht sein zu müssen", sagte Amschl. Das bedeute nämlich eine radikale Lebensveränderung, die nur schwer zu ertragen ist. "Flucht, Vertreibung und Heimatlosigkeit sind schlimme Schicksale", betonte Amschl, "sie erfordern die Solidarität von denen, die davon nicht betroffen sind."

Sie erfahren Gewalt

Auf der Flucht sein widerspreche der Sehnsucht des Menschen nach Halt und Geborgenheit. "Fluchterfahrungen sind in der Regel Gewalterfahrungen so wie bei der heiligen Familie, die vor den Kindermorden des Königs Herodes nach Ägypten fliehen musste", erklärte der Geistliche weiter. Menschen auf der Flucht sagen allein schon durch ihr Schicksal denen, die in ihrer Heimat leben können: "Seid dankbar, dass ihr euer Leben dort ungehindert entfalten könnt und gewährt den Flüchtlingen Unterkunft und Unterstützung."

Auch Josef, Maria und Jesus wurden in Ägypten gut aufgenommen, konnten dort unbehelligt leben und nach einigen Jahren wieder in ihre Heimat zurückkehren. Insofern sei die Fluchtgeschichte der heiligen Familie auch ein indirekter Aufruf, Menschen auf der Flucht zur Seite zu stehen. "Lass' den Flüchtlingen, die Schlimmes durchgemacht haben, wohlwollende Menschen begegnen, die ihnen ein Gefühl des Willkommenseins vermitteln und ihnen in ihren Nöten helfen", lautete eine Fürbitte. "Wie viele Straßen auf dieser Welt sind Straßen voll Tränen und Leid?", "Ich komm aus der Ferne", "Kleines Senfkorn Hoffnung" und andere zum Thema passende Lieder begleiteten Robert Baier und Kathrin Karban-Völkl auf ihren Instrumenten. Die Kollekte fließt in die Flüchtlingslager in Syrien.
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