Fuchsbandwurm:Biber befallen

Lokales
Kemnath
19.01.2015
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Biber standen schon bei den ersten Menschen, die Europa besiedelten, auf dem Speisezettel, da sie einfach zu erbeuten waren. So steht es im Buch "Der Biber - Die Rückkehr der Burgherrn" von Volker Zahner, Markus Schmidtbauer und Gerhard Schwab. Doch inzwischen ist in der Region Vorsicht geboten.

(hrö) Beim Aufbrechen eines gefangenen und getöteten Bibers im Raum Kemnath zeigten sich in der Leber zahlreiche bis zu 1,5 Zentimeter große, blasige Gebilde. Tierarzt Dr. Wolfgang Schinner vermutete, dass es dabei sich um Fuchsbandwurmfinnen handeln könnte. Der Besitzer wurde umgehend informiert, dass das Fleisch nicht zum Verzehr geeignet sei und die Innereien nicht auf den Luderplatz gebracht werden dürften.

Positiver Befund

Das Veterinäramt schickte eine Probe an das Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Gesundheit. Der Befund, alveoläre Echinokokkose, bestätigte Schinners Vermutung. Für die Zukunft gilt daher eine genaue Untersuchung der zum Verzehr vorgesehenen Biber. Die Entsorgung der gefangenen und erlegten Tiere hat über die Konfiskatstelle zu erfolgen.

Bei zirka 15 000 Exemplaren im Landkreis Tirschenreuth liegen die Schätzungen. Der Dammbaumeister ist jedoch den Teich- und Landwirten wegen der Schäden, die er anrichtet, ein Dorn im Auge. Wer aufgrund einer amtlichen Genehmigung einen Schadbiber gefangen hat, fragt immer wieder mal noch: "Können wir den auch essen und das Fell gerben lassen?"

Rechtlich erlaubt

Der zuständige Biberberater war bis jetzt immer froh, wenn das Tier auf diese Weise schnell "entsorgt" war. Rechtliche Bedenken gab es nicht. Der Biber (Castor fiber) ist zwar gemäß Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt, er darf jedoch von der zur Tötung berechtigten Person ohne weitere Ausnahmegenehmigung "in Besitz genommen werden". Dies schließt den Verzehr sowie die Verarbeitung (zum Beispiel Präparation, Verwendung des Fells oder der Zähne) zu privaten Zwecken ein. Bei dem reinen Pflanzenfresser ist auch keine Trichinenschau vorgesehen.
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