Genießen und nicht nur gießen

Fachberaterin Manuela Pappenberger gab Tipps, mit denen sich der Pflegeaufwand für einen schönen Garten auf ein Minimum reduzieren lässt. Bild: hl
Lokales
Kemnath
27.11.2015
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Ein Garten soll der Entspannung dienen. Doch gerade in der warmen Jahreszeit bleibt oft der Liegestuhl im Grünen verwaist. Denn Unkraut jäten, gießen, Rasen mähen, Blumen schneiden und Früchte ernten stehen an. Doch das muss nicht unbedingt so sein.

Manuela Pappenberger gab den Obst- und Gartenbauern Tipps für einen pflegeleichten Garten. Wie die Fachberaterin in der Jahreshauptversammlung ausführte, ist bereits bei der Planung die Auswahl der Bepflanzung nach den Lebensbereichen wie Steingarten oder Trockenmauer von Bedeutung. Heimische Pflanzen seien zu bevorzugen. Sie sind den hiesigen Standortbedingungen gut angepasst. Exotische Pflanzen seien deshalb aufwendiger zu pflegen. Ebenso bringt laut der Referentin eine naturnahe Hecke gegenüber einer Schnitthecke (Thuje, Scheinzypresse) eine Erleichterung. Sie verzeihe es, wenn der Schnitt einmal ausbleibt.

Vliese oder Bodendecker unterdrücken den Unkrautbewuchs, wobei das Jäten eine Geschmacksfrage sei. Manche Menschen schätzten einen naturnahen, etwas verwilderten Garten.

Langlebige Stauden

Ruhige pflegeleichte Gartenbilder entstehen in Pflanzflächen durch Verwendung von langsam wachsenden Gehölzen. Stauden zeichnen sich dadurch aus, dass sie am gleichen Standort sehr langlebig und nicht jährlich neu zu pflanzen sind. Unter Bäumen und Sträuchern gebe es bodendeckende schöne Alternativen - zum Beispiel Storchschnabelarten - zu kahler Erde oder lückigem Grasbewuchs mit Moos. Als nicht sehr pflegeleicht stufte die Rednerin Dahlien und Gladiolen sowie Balkonpflanzen ein.

Den meisten Pflegeeinsatz erfordert der Nutzgarten. Im Gegensatz zu Kartoffeln, Bohnen, Kürbis und Zucchini bringen Salat und Tomaten viel Arbeit mit sich. Das Mulchen sowie die Anlage von Tisch- oder auch Hochbeeten gehören dazu. Diese sind nicht nur für die jüngere Generation geeignet, sondern auch seniorengerecht.

Kleine Bäume

Im Obstgarten spricht nach Aussage von Pappenberger einiges für die Verwendung von kleineren Bauformen. Obstbäume in Säulenformen oder ein Spalier an der Hauswand erleichtern das Schneiden, die Pflege und die Ernte. Vorteilhaft sind bei Beerensträuchern die angebotenen Stämmchen.

Pflege braucht auf jeden Fall der Rasen, möglichst eine große zusammenhängende Fläche. Einem Zier- oder englischem Rasen sind robustere Gräser oder Mischungen vorzuziehen. Ein Spiel- oder Sportrasen muss zudem seltener gemäht werden, ebenso eine standortgerechte Blumenwiese.

Im baulichen Bereich sei die Materialwahl entscheidend, führte die Referentin aus. Stein und Beton seien langlebig und pflegeleicht. Bei Holz in schattigen Bereichen bestehe zudem Rutschgefahr. Sauber verlegte Einfassungen, die den Rasen von den Pflanzflächen oder Beeten abtrennen, ersparen das Kantenschneiden, schaffen keine Stolperkanten und ermöglichen das Befahren mit dem Rasenmäher. Bei der Möblierung sollte man qualitativ hochwertige Harthölzer wählen. Edelstahl wäre eine gegen Korrosion geschützte und vor allem pflegeleichte Alternative.

Eines musste die Fachberaterin aber eingestehen: Es gibt kaum einen Garten, der gänzlich ohne Pflege auskommt. Während die Natur ihre Schönheit selbst bestimme, benötige der Garten von Zeit zu Zeit etwas Nachhilfe.

Vorsitzende Elisabeth Reger dankte Pappenberger für ihren Vortrag. Sie stand noch den Anwesenden für Fragen zur Verfügung.
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