Glockenguss in Waldeck: Patres mit Bedingungen am Schlossberg zufrieden
Vorarbeit vor 400 Zuschauern

ek25hl-glockenguss_bild036_122.jpg
Lokales
Kemnath
25.07.2015
7
0
Der Tag ihres "Jahrhundert-Ereignisses" begann für die Mitglieder des Heimat- und Kulturvereins (HuK) nochmal mit viel Arbeit. Vor allem fehlte am Freitagmorgen noch das Erdloch für den Glockenguss am Abend. 400 Schüler sahen zu, als es ein Bagger aushob.

Bruder Michael vom Benediktinerkloster Maria Laach erläuterte den Kindern und ihren Lehrern den Vorgang: "1,2 mal 1,2 mal 1,2 Meter muss das Loch für die Form messen." Die Form konnten die Kinder zuvor besichtigen. Das Eisen für die Glocke müsse drei bis dreieinhalb Stunden im Ofen erhitzt werden, bis es flüssig wird. Etwa 20 Liter Heizöl seien nötig, um das Eisen flüssig zu machen. Mit einem sogenannten Schupfguss bringen es die Patres in die Form.

Auch für ihn sei ein Termin wie dieser in Waldeck nicht alltäglich, erklärte Pater Michael. Normalerweise gießen er und seine Mitbrüder ihre Glocken in der Werkstatt in ihrem Kloster. Er lobte die Verantwortlichen des HuK für die Organisation. Der Boden habe ihn zunächst ein wenig beunruhigt. Als dann beim Graben aber Sandstein zum Vorschein kam, sei er beruhigt gewesen. Die Voraussetzungen für einen einwandfreien Guss seien gegeben.

Die Schüler der Grundschulen Waldeck und Immenreuth sowie die Kindergärten der Orte waren ebenso vertreten wie die sechsten Klassen der Realschule. Sie saßen auf der Tribüne, von der aus die Besucher am Abend auch den Glockenguss selbst verfolgen konnten (Seite 3) .

Nach dem Ausbaggern hatten die Schüler verschiedene Möglichkeiten: Einige brachen zur Besichtigung der Burgruine auf dem Schlossberg auf. In der Halle hatte der HuK eine Ausstellung zur Geschichte der Burg und des Marktes sowie die Arbeit des HuK aufgebaut. Im Zelt konnten sich die Kinder Informationen über die Geschichte des Klosters Maria Laach anschauen und Bruder Michael zeigte und erläuterte einen Film über das Glockengießen.

Am Samstag, 25. Juli, um 12 Uhr wird die gegossene Glocke erstmals angeschlagen und der Ton überprüft. Für Feinarbeiten nehmen die Patres die Glocke nochmals mit nach Maria Laach. Erst am 30. August kommt sie zur Segnung wieder nach Waldeck zurück. (Bericht folgt am Montag)
Weitere Beiträge zu den Themen: Waldeck (2237)Juli 2015 (8666)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.