Großübung bei Siemens Kemnath - Protokolle auswerten und Erkenntnisse ganz genau aufarbeiten
Erste Erfahrungen mit Lösch-Lanze

Die Werksfeuerwehr von Siemens hatte beim "Großbrand" in Kemnath alles im Griff. Bild: hwk
Lokales
Kemnath
18.11.2015
15
0
"Brandmelderalarm im Siemens-Werk Kemnath, Einsatz für die Werkfeuerwehr." Mit dieser Meldung löste die integrierte Leitstelle Nordoberpfalz ein Übungs-Szenario aus, das sich zu einem Großeinsatz entwickeln sollte.

Die zuerst eintreffenden Einsatzkräfte der Werksfeuerwehr hatten die Aufgabe, anhand der Feuerwehr-Laufkarten die Einsatzstelle zu lokalisieren und erste Maßnahmen zu ergreifen. Nachdem bei der Erkundung unter schwerem Atemschutz festgestellt wurde, dass ein "ausgedehnter Brand im Untergeschoss einer Montagehalle" vorliegt, wurde durch den Gruppenführer über die Leitstelle sofort Verstärkung nachgefordert, so dass in der Hauptphase der Übung 13 Feuerwehren mit 20 Einsatzfahrzeugen sowie besondere Feuerwehrführungskräfte des Landkreises Tirschenreuth und Einheiten des Rettungsdienstes mit 150 Frauen und Männern vor Ort waren. Diese Einsatzkräfte wurden durch verschiedene Szenarien immer wieder neu gefordert. So musste beispielsweise, abgesehen von der Brandbekämpfung, unter massivem Atemschutzeinsatz eine 800 Meter lange Schlauchleitung von einem Bach zur Einsatzstelle verlegt werden.

Weiterhin musste eine im Aufzug eingeschlossene Person befreit und versorgt sowie angrenzende Gebäudeteile im Außenangriff durch Strahlrohre und Wasserwerfer abgeschirmt werden. Räume mit empfindlichen Gerätschaften mussten belüftet sowie betriebsrelevante Dokumente geborgen und gesichert werden. Bei dieser Gelegenheit kam auch ein neues Einsatzmittel der Werkfeuerwehr zum Einsatz. Eine sogenannte Lösch-Lanze, die bei Bränden in betriebsspezifischen Lagersystemen benötigt wird. Um alle diese Maßnahmen zu koordinieren, hatte die Einsatzleitung unter Führung des ersten Kommandanten der Werksfeuerwehr, Helmut Heser, mit Unterstützung von Kreisbrandinspektor Otto Braunreuther alle Hände voll zu tun. Ebenso wurde bei dieser Übung die Zusammenarbeit und Abstimmung der Einsatzleitung der Feuerwehr mit dem werksinternen Krisenstab unter Leitung von Werner Schubert geprobt. Im Anschluss an die Großübung zogen die Beteiligten inklusiv Standortleiter Alfred Koch ein positives Resümee. Solche Einsatzübungen seien äußerst sinnvoll, um die sicherheitstechnischen Abläufe und die dazu kreierten Handlungsabläufe im Vorfeld zu testen und abzustimmen.

In den nächsten Tagen werden die Protokolle ausgewertet und die daraus gewonnenen Erkenntnisse aufarbeitet. "Schließlich gibt es immer etwas zu optimieren und zu verbessern", so Otto Braunreuther und Werner Schubert. Alfred Koch erklärte abschließend: "Nun kann ich beruhigt schlafen, das war heute sehr beeindruckend."
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9610)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.