Harmonie und Disziplin

Trainer Marcus Creutzburg (links, schwarze Hose) lässt die Teilnehmer in eine "Welt der harmonischen Bewegungen" eintauchen. Bild: wew
Lokales
Kemnath
24.10.2015
4
0

Wenn sich die Mitglieder des Aikido Kemnath zu ihren Übungsabenden im Sportheim an der Jahnstraße treffen, tauchen sie in eine "Welt der harmonischen Bewegung" ein. Eine klassische Wettkampfsportart sei es nicht.

Auch Selbstverteidigungstechniken werden bei Aikido geschult. Dabei spiegelt sich eine Geisteshaltung wider, die gewaltlos zu einer friedlicheren Welt beitragen will. Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte der japanische Meister Morihei Ueshiba diese auf uralten Samurai-Techniken aufgebaute Verteidigungsmethode. Aikido ist keine Wettkampfsportart, sondern will mit bestimmten Atem-, Konzentrations- und Bewegungsübungen die innere Ausgeglichenheit und soziales Verständnis fördern. Das Training hat aber auch den Zweck, sich gewaltlos gegen unterschiedliche Aggressionsformen zu schützen.

Der Tirschenreuther Lehrer Werner Winkler brachte die Idee aus einem Japanaufenthalt in das Stiftland und gründete am Gymnasium 1971 eine erste Trainingsgruppe. Von dort aus breitete sich der Gedanke in ganz Süddeutschland aus. Auch Aikido Kemnath ist seit 2002 Mitglied im Fachverband. Das Training mit Gruppen aus dem In-und Ausland zeugt von der offenen Verbundenheit des Stiftland-Aikido.

Jeder Übungsabend beginnt mit Atem- und Aufwärmtechniken, um Sehnen und Muskeln geschmeidig zu machen. Unter der Anleitung von Trainer Marcus Creutzburg werden Fall- und Meidbewegungen, aber auch Abwehrtechniken gegen Angriffe geübt. Dabei soll die Angriffsenergie in einen harmonischen Ablauf von Spiral- und kreisförmigen Griffen auf den Aggressor zurückgeführt werden. Aikido kennt keine Wettkämpfe und lehnt jede Form des aktiven Angriffs ab.

Es gibt keine Gewichts- oder Altersklassen und ist für Frauen und Männer geeignet. Gelenkt von einem "disziplinierten Willen als lenkende Kraft" (KI) sollen Handlungen in Harmonie (AI) auf dem richtigen Weg (DO) erleichtert werden. Auch die innere Einstellung, das Gemeinsame und Bleibende zu erkennen und zu fördern, ist ideelle Tradition des Aikido. Damit ließen sich die täglichen Belastungen und Probleme gelassener und souveräner beherrschen, betont Trainer Creutzburg.

Jeder, "der in guter Absicht auf dem Weg ist", findet in den Trainingsräumen (Dojos) stets eine freundliche Aufnahme. Günter Reiß, Vorsitzender von Aikido Kemnath, freut sich über jeden Interessierten, der sich das Training, das jeden Montag ab 19 Uhr 30 im Sportheim besucht werden kann, ansehen will. Unter www.aikido-stiftland.de sind viele Informationen und Kontaktadressen zu finden.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.