Hedwig Flachs auch mit 90 immer noch topfit - Polka endet im Hochzeitswalzer
Das bisschen Haushalt kein Problem

Hedwig Flachs (Dritte von rechts) nahm an ihrem 90. Geburtstag die Glückwünsche von zweitem Bürgermeister Hermann Schraml, Angela Sonnek, Ingrid Herbert und deren Enkelin Victoria (von links), Karl-Heinz Herbert und Elke Burger (von rechts) entgegen. Bild: jzk
Lokales
Kemnath
27.11.2014
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Mit bewundernswerter körperlicher Fitness und geistiger Frische feierte Hedwig Flachs 90. Geburtstag. Zahlreiche Gratulanten waren in die "Fantasie" und am Montag ins Wohnhaus von ihrer Nichte Ingrid und Karl-Heinz Herbert gekommen, um Glückwünsche zu übermitteln.

Zur Welt kam die Jubilarin am 23. November 1924 in Popplowitz im Sudetenland als Tochter von Maria und Wenzel Worschech. Mit vier Brüdern und einer Schwester wuchs sie dort auf. Von 1930 bis 1938 besuchte sie in Scheibenradisch die Schule. Danach erlernte sie drei Jahre lang das Schneiderhandwerk. Im Zweiten Weltkrieg war sie beim Reichsarbeitsdienst in Marktredwitz, beim Kriegshilfsdienst im heutigen Tschechien und bei der Fliegerabwehr in Biblis bei Worms. Ehemann Hans lernte sie beim Polka-Tanzen kennen, als er auf Heimaturlaub war. Hochzeit war 1948 in Kulmain. "Das war zwei Wochen nach der Währungsreform", erinnerte sich die Jubilarin, "für Hochzeitgeschenke hatte damals niemand Geld."

Nach der Meisterprüfung in Regensburg wurde Hedwig Flachs Hausnäherin in der Umgebung von Kemnath. Ihre Nichte Ingrid kam aus Oberschwaben zu ihr, um Schneiderin zu lernen.

Wandern und Nähen

In den 1950er Jahren zogen Hans und Hedwig Flachs von Kulmain nach Kemnath in eine Wohnung beim damaligen Hufschmied Baumann auf dem Rathausplatz. 1970 zogen sie in die Jahnstraße um. Der Tod ihres Ehemannes vor elf Jahren war ein schwerer Schlag für sie. Ihr tiefes Gottvertrauen half ihr, wieder neuen Mut fassen und mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken.

"Schneidern, Nähen und Wandern waren meine liebsten Hobbys", erzählte Flachs bei der Geburtstagsfeier. "Meine grauen Gehirnzellen halte ich durch Lesen und Lösen von Kreuzworträtseln fit." Den Haushalt schafft die rüstige Jubilarin immer noch ganz allein. Wenn sie Unterstützung braucht, kann sie jederzeit auf die Hilfe von Karl-Heinz und Ingrid Herbert zählen. An deren beiden Enkelkindern Victoria und Leon hat sie viel Freude.

Seit Jahren ist sie Mitglied beim Frauenbund Kemnath. Deshalb gratulierten ihr Elke Burger und Angela Sonnek. Zweiter Bürgermeister Hermann Schraml überreichte Geschenke der Stadt Kemnath. Pfarrer Konrad Amschl hatte ihr schon am Sonntag, ihrem Geburtstag, gratuliert.
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