Imker ein halber Mediziner

Gesundheitswart Josef Ernst erklärte den Imkern, wie sie ihre Bienen vor Krankheiten und Seuchen schützen können. Bild: hrö
Lokales
Kemnath
28.05.2015
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Wer krank ist, geht zum Arzt. Erkranken Bienen, muss der Imker einschreiten. Josef Ernst gab den Züchtern auch Tipps, damit es erst gar nicht so weit kommt.

(hrö) Vorsitzender Andreas Schultes vom Bienenzuchtverein Kemnath und Umgebung hatte den Münchsreuther als Referenten beim Mai-Stammtisch im Landgasthof Busch gewonnen. Den zahlreichen Imkern und Gästen erklärte Gesundheitswart Josef Ernst, dass starke Völker mit jungen Königinnen und frischer Wabenbau die besten Voraussetzungen seien, Krankheiten in Bienenvölkern vorzubeugen.

Er riet zudem, nur gesunde Bienen aus heimischen Herkünften zu kaufen. Fremde Schwärme müssten zum Aushungern ein paar Tage in den Keller gestellt werden, um Krankheitserreger aus der Honigblase zu entfernen. Leistungsfähige gesunde Bienen ergäben sich durch regelmäßige Jungvolkbildung durch Kunstschwärme oder Ableger.

Nach der Bienenseuchenverordnung seien Imker verpflichtet, beim Auftreten bestimmter Krankheiten die Völker zu behandeln. Bei Seuchen sei das Veterinäramt sofort zu verständigen. Bei der Varroatose könne kein Imker ohne laufende Behandlung der Völker mehr wirtschaften. Laufendes Abschöpfen der Milben durch das Einhängen von Drohnenrahmen, Brutentnahme und Wabenhygiene nannte der Redner als Maßnahmen, die weder Bienen schädigen noch Rückstände im Wachs oder im Honig hinterlassen.

Ständig kontrollieren

Nur die laufende Kontrolle vor und nach der Behandlung der Völker stelle sicher, ob die Behandlung erfolgreich war oder wiederholt werden muss. Welches zugelassene Mittel und wie jeder seine Bienen zu behandeln habe, schreibe das Veterinäramt nur im Extremfall vor. Unter anderem Perizin, Bayvarol, Oxalsäuredihydrat-Lösung 3,5 Prozent und Thymovar seien ins Bestandsbuch einzutragen.

Die Ruhr, die anzeigepflichtige Amerikanische Faulbrut, die Kalkbrut, die Nosema, die Tracheenmilbe und die Maikrankheit erläuterte der Gesundheitswart mit Bildern. Im Verdachtsfall solle sich jeder an den jeweiligen Vorsitzenden oder den Fachwart wenden, um sofort Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Langes Zögern oder Versuche, Krankheiten selbst zu kurieren, führe im Extremfall zum Ausbruch von Seuchen, warnte Ernst.

In der Diskussion zeigte sich wieder, dass sauberes Arbeiten sowie junge leistungsfähige Königinnen - und damit starke Völkern - die beste Vorsorge sind. Nur durch sicheres Erkennen von Krankheiten und schnelles, fachgerechtes Handeln lassen sich Schäden begrenzen.

Besuch in Nepomuk

In dem anschließenden offenen Stammtischgespräch gab Hans Dötterl aus Sassenhof Praxishinweise wie Brutentnahme zur Milbenbekämpfung. Vorsitzender Andreas Schultes lud für den 7. Juli zum Juli-Stammtisch mit einem Vortrag der Firma Südzucker ein. Der Bienenzuchtverein aus Kemnaths tschechischer Partnerstadt Nepomuk hat Interesse an einem Treffen angemeldet. Schultes schlug vor, mit einer Abordnung die Kollegen im Nachbarland zu besuchen.
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