Keine Katerstimmung

Das vergangene Wochenende war einfach ein Ausreißer.
Lokales
Kemnath
05.08.2015
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Ein rauschendes Wochenende auf den Straßen im westlichen Landkreis Tirschenreuth. Trotz mehrerer Alkoholunfälle möchte Kemnaths erster Polizist aber nicht Alarm schlagen. Bernhard Gleißner kann auch begründen, weshalb er ruhig bleibt.

(wüw) Vier Unfälle, dreimal Alkoholeinfluss, nur ein Wochenende - aber keine Alarmglocken: Ersten Polizeihauptkommissar Bernhard Gleißner ist die Unfallbilanz der vergangenen Tage im westlichen Landkreis Tirschenreuth nicht entgangen. Grund zur Besorgnis sieht der Chef der Kemnather Polizeiinspektion trotzdem nicht: "Das vergangene Wochenende war einfach ein Ausreißer."

Das kann der Polizist mit Zahlen belegen. Vor dem Wochenende wies die Statistik der Inspektion fünf Unfälle unter Alkoholeinfluss fürs Jahr 2015 aus, nun kamen drei hinzu. In den vergangenen Jahren mussten Gleißners Beamte zwischen zehn und zwölf Alkohol-Unfälle pro Jahr bearbeiten. "In diesem Bereich werden wir auch diesmal liegen", prognostiziert Gleißner.

Der Kemnather Polizeichef weist zudem auf die Umstände der Unfälle am Wochenende hin: "Das waren keine klassischen Alkoholunfälle." In zwei der drei Fällen waren die festgestellten Alkoholwerte relativ niedrig. "Wenn der Verursacher über 0,3 Promille im Blut hat, gilt dies bereits als Unfall unter Alkoholeinfluss", erklärt Gleißner. Nicht selten lasse der Staatsanwalt bei solchen Werten den Vorwurf fallen,

Darauf dürfen auch zwei Unfallfahrer vom Wochenende hoffen: Ein 21-jähriger Erbendorfer war am Sonntag um 7 Uhr zwischen Kemnath und Waldeck bei Lichtenhof verunglückt, drei Stunden später kam ein 23-Jähriger aus Ebnath zwischen Zwergau und Grötschenreuth von der Straße ab. Bemerkenswert findet Gleißner auch die Zeitpunkte der Unfälle: Beide passierten am Morgen, klassische Fälle von Restalkohol: "Die Fahrer haben unterschätzt, wie lange ihr Körper braucht, um den Alkohol im Blut wieder abzubauen."

Dass sich Autofahrer auf einem Fest betrinken und dann ins Auto steigen, kommt laut Gleißner heute kaum noch vor. "Das macht niemand mehr, von ein paar Unbelehrbaren abgesehen." In letztere Kategorie fällt wohl der dritte Unfallfahrer des Wochenendes, auch wenn er nicht direkt nach einem Fest verunglückte. Der 39-Jährige war am Sonntagmittag bei Krummennaab so betrunken auf seinem Roller unterwegs, dass er einschlief und im Graben landete, um dort schlafend liegenzubleiben.

Dass die Polizei nur noch selten Festbesucher betrunken hinterm Steuer erwischt, hält die Beamten nicht von mehr Kontrollen ab. "Zu Anlässen wie dem Kemnather Wiesenfest verstärken wir unsere Kontrollen auch weiter", sagt Gleißner. Dies habe aber nichts mit der Unfallserie vom Wochenende zu tun.
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