Kroatienhilfe schickt 198. Hilfstransport auf den Balkan - Unterstützung für Heime
Zum Leben immer noch zu wenig

Geschafft! Nach dem Beladen des 198. Lastzugs gönnen sich die Helfer eine Verschnaufpause. Bild: jzk
Lokales
Kemnath
20.10.2014
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"Das war der 198. Lastzug, den wir, mit Hilfsgütern beladen, ins ehemalige Jugoslawien schicken konnten", erzählt Richard Pscherer aus Kötzersdorf. Der Transport war vor wenigen Tagen nach Capljina in Südbosnien aufgebrochen. Er hofft sehr, dass die 200 in diesem Jahr noch voll werden.

Das Fahrzeug war bis zum letzten Winkel voll beladen mit allem, was in einem Haushalt benötigt wird: neun Tonnen Möbel und Einrichtungsgegenstände sowie Spielsachen, Schuhe, Kleidung, Bettwäsche, Bettdecken sowie Matratzen, Teppiche, Kochgeschirr, Öfen und Elektrogeräte. Ebenso fanden acht Tonnen Speisekartoffeln Platz. In Capljina kamen Speiseöl und vier Tonnen Mehl dazu. Ein Teil der Lebensmittel geht an das Altenheim in Capljina, das Behindertenheim "Sveta Obitelj" in Mostar und an die Armenküche in Mostar.

Schwierige Verteilung

Allerdings wird das vom Hochwasser heimgesuchte Gebiet nicht angefahren. "Das Verteilen von Hilfsgütern ist schwerer als das Sammeln, das wissen wir schon seit zwei Jahrzehnten", erklärt Klaus Fiebig. Für den Umgang mit den Behörden und zur gerechten Verteilung seien Organisation und Strukturen notwendig. Die gebe es dort aber nicht. "Deshalb können wir es uns als kleine Hilfsorganisation nicht erlauben, dorthin Hilfsgüter zu schicken", bedauert er.

Die Not ist immer noch sehr groß. "In Capljina leben Tausende von Bürgerkriegsflüchtlingen in ärmsten Verhältnissen", hat Klaus Fiebig beobachtet. Arbeitsplätze gebe es kaum, die Versorgung durch den bosnischen Staat reiche nicht. Deswegen seien die Menschen, viele Senioren und Kinder, noch immer auf Hilfe angewiesen. "Die Hilfsgüter aus Kemnath sind nicht nur heiß begehrt, sondern auch notwendig."

Zwei Tage lang ist der Lastwagen nach Capljina unterwegs. Nach der Ankunft müssen Zollformalitäten erledigt werden. Die Verantwortlichen des Wohltätigkeitsvereins und der Pfarrei Domanovici in Capljina legen vorher fest, wer die Hilfsgüter erhalten soll. Das Abladen dauert dann ungefähr vier Stunden.

Weihnachtsaktion geplant

"Wir werden auch in diesem Jahr in vielen Pfarreien eine Weihnachtsaktion starten", kündigt Fiebig an. Dabei werden die Verantwortlichen der Kroatienhilfe das Hauptaugenmerk darauf legen, vermehrt Unterstützung für das Behindertenheim in Mostar, der Kinder- und Waisenheim Egipat in Sarajevo und das Altenheim in Domanovici zu organisieren.

Dringend benötigt werden Lebensmittel wie Speiseöl, Fleisch, Zucker, Salz, Mehl und Nudeln. Die werden in Kemnath gekauft. Gefragt sind auch Kartoffeln. Diese kauft die Kroatienhilfe bei Landwirten in der Region. Vor Ort haben die Helfer einen Stamm von zuverlässigen Kontaktleuten. "Die organisieren den Einkauf der Nahrungsmitteln und sogen dafür, dass die Hilfsgüter gerecht verteilt werden", versicherte Fiebig.
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