Kurzer Weg zur Hilfe

Erich Sellner moderierte die Diskussion zwischen Anna Magin, Martina Sötje und Thomas Fehr (von rechts).
Lokales
Kemnath
14.10.2015
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Mit der Oase Kemnath als Außenstelle des Sozialteams in Tirschenreuth schließt sich eine weitere Lücke in der niederschwelligen Betreuung von Menschen mit psychischen Problemen. Bei der Eröffnung betonten alle Gäste die große Bedeutung einer dezentralen Versorgung gerade im ländlichen Raum.

Bereits in den Grundsätzen zur Versorgung psychisch kranker Menschen in Bayern sei die gute Erreichbarkeit des Hilfsangebotes verankert. "Qualifizierte Hilfe muss zu den Menschen kommen, nicht umgekehrt." Ohne die Unterstützung von Förderern und Spendern reiche aber das Erfolgsmodell der Pauschalförderung durch den Bezirk nicht aus, erklärte Sozialteam-Geschäftsführer Peter Weiß im Sitzungssaal des Rathauses. Durch die Finanzierung einer weiteren Fachkraftstelle sei es möglich geworden, die Außenstelle einzurichten, um in Kemnath psychisch Erkrankten den Zugang zu einem solidarischen Netzwerk zu ermöglichen. Weiß hob hier die wichtige Rolle der Tagesstättensprecher hervor, auch außerhalb der professionellen Hilfen Ansprechpartner seien.

Ein Dankeschön ging an die Stadt Kemnath mit Bürgermeister Werner Nickl für die Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten. Gleiches galt für die Umsetzung eines weiteren Projektes, einer Wohngemeinschaft für psychisch kranke Menschen, das in den nächsten Wochen von den Gremien des Bezirks beraten und beschlossen werden soll.

Vierter Standort

Seine Unterstützung sagte Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher zu. Der Bezirk als Hauptaufwandsträger habe Vieles dazu beigetragen, seelische Krankheitsbilder als Teil der Gesellschaft zu verstehen. Nach Weiden, Tirschenreuth und Vohenstrauß habe das Sozialteam mit der Oase Kemnath einen weiteren bedeutenden Schritt bei der Umsetzung des Konzeptes des Sozialhilfeausschusses getan. Mit tagesstrukturierenden Beschäftigungsangeboten leisteten Tagesstätten einen wesentlichen Beitrag in der außerklinischen Versorgung psychisch kranker Menschen.

Gezielte Beratung

Stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler freute sich, dass die sehr guten Erfahrungen aus der Stiftland-Oase Tirschenreuth auch im Altlandkreis Kemnath umgesetzt werden. Aus der Kooperation der Tagesstätten zögen nun Menschen im westlichen Landkreis Nutzen. Lange Anfahrtswege in die Kreisstadt entfielen. Gerade Kranke mit geringem Einkommen seien durch die Fahrtkosten sehr benachteiligt.

Auch Werner Nickl zeigte sich überzeugt, dass die Bürger das hochqualifizierte Angebot gerne annehmen werden. Neben der Versorgung von Kindern, Jugendlichen und alten Menschen habe die gezielte Betreuung psychisch kranker Menschen für die Stadt hohen Stellenwert.

Nach dem Stück "Amazing Grace" der Musikgruppe der Oase Weiden und einem Spaziergang zur neuen Tagesstätte stellten Bereichsleiterin Bettina Frost und die Leiterin der Kemnather Zweigstelle, Diplompädagogin Gertrud Hußlein, die Räume in der Wunsiedler Straße vor. Bei der barrierefreien Gestaltung hatten die Erfahrungen von Tirschenreuths Behindertenbeauftragter Martina Sötje Einfluss gefunden. Neben offenen Gesprächsrunden, gemeinsamem Frühstück und Spielenachmittagen, seien kreatives Gestalten und kognitives Training Teil des Programms.

Mit der Stiftland-Oase seien Ausflüge und Kegelturniere angedacht. Das Programmheft werde auf die Bedürfnisse der Besucher abgestimmt. Stadtpfarrer Konrad Amschl und der evangelische Seelsorger Dirk Grafe erteilten der Einrichtung ihren Segen und erbaten Gottes Beistand bei der verantwortungsvollen Arbeit mit den hilfesuchenden Menschen.
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