"Land unter" unwahrscheinlich

Peter Fröhlich (stehend) und Josef Hierhammer vom Wasserwirtschaftsamt Weiden besprachen mit den Verantwortlichen der Gemeinden Kemnath und Kastl die Hochwasser-Risikomanagement-Richtlinie. Bild: jzk
Lokales
Kemnath
02.12.2014
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Kemnath und Kastl sind in Sachen Hochwasser fast Inseln der Glückseligkeit. Peter Fröhlich sieht jedenfalls kaum Gefahr. Es muss schon richtig dick kommen, damit die Gemeinden etwas abbekommen könnten.

Zur Umsetzung des Hochwasserrisiko-Managementplans waren das Wasserwirtschaftsamt Weiden, Landratsamt Tirschenreuth und Vertreter der Gemeinden zusammengekommen. In Kemnath ist es vor allem der Flötzbach, der bei Hochwasser große Wassermengen in die Stadt bringen und über die Ufer treten kann. Die Risikokarten wiesen Überflutungen vor allem oberhalb der Staatsstraße 2665 aus. Auch im Ort selbst sind die an den Flötzbach angrenzenden Grundstücke, etwa entlang der Badstraße, bedroht. Der Schirnitzbach, der von Kulmain nach Kemnath führt, wird vom Hochwasserrückhaltebecken in Kulmain deutlich aufgestaut und zurückgehalten. Er setzt die Grünflächen östlich der Klosteranlage unter Wasser.

Mit Harald Fröber (Kläranlage) und Peter Denz (Feuerwehr) verfolgte Werner Nickl den Lauf des Flötzbachs von Berndorf nach Kemnath, ebenso den des Schirnitzbachs und des Fallbachs. Mit Josef Etterer besprach Peter Fröhlich vom Wasserwirtschaftsamt die Gefährdung Kastls durch die Haidenaab.

"Unser Ziel ist es, das Hochwasserrisiko und -folgen zu minimieren", betonte Fröhlich. Arbeitsgrundlage war die vorläufige Risikobewertung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt. Die Hochwasserrisikokarten können im Internet beim Informationsdienst überschwemmungsgefährdeter Gebiete (www.iüg.bayern.de) öffentlich eingesehen werden. Der Projektleiter stellte die Hochwasserrichtlinien vor, benannte Risikogebiete und zeigte Gefahren- sowie Risikokarten der Kemnather Region. Die Risikomanagementpläne müssen Ende 2015 bei der EU vorliegen.

"Natürlich gibt es nie einen hundertprozentigen Schutz vor Hochwasser", gab Peter Fröhlich zu. Insgesamt sei der Landkreis Tirschenreuth aber gut gerüstet. Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete seien bis auf wenige Ausnahmen nicht bedroht. Allerdings könnten unbebaute Gebiete schon unter Wasser stehen. Auch Felder und Wiesen könnten großflächig überschwemmt sein.

Nach der Powerpoint-Präsentation besprach Fröhlich mit den Bürgermeistern Werner Nickl (Kemnath) und Josef Etterer (Kastl) die vorläufige Risikobewertung für ihre Gemeinden. "Die Kommunen sollen nämlich frühzeitig an unserem Planungsprozess beteiligt werden", betonte Fröhlich. Ihr Detailwissen und ihre Erfahrungen aus zurückliegenden Hochwasserereignissen sollen mit in die Pläne aufgenommen werden. So können Problemstellen rechtzeitig erkannt und geeignete Hilfsmaßnahmen besprochen werden. "Auf diese Weise können die verantwortlichen Stellen im Hochwasserfall schnell reagieren." Das Hochwasser-Risikomanagement müsse alle sechs Jahre wieder optimiert werden.
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