Mit 16 Mark Premiere gestemmt

Diese historische Aufnahme zeigt den ersten Pfingstritt im Jahre 1965. Zum 50. Jubiläum wird am Pfingstmontag der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer erwartet. Bild: hfz
Lokales
Kemnath
20.05.2015
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Von ihnen wollen viele wissen, wie es begonnen hatte und wie damals alles war. Kein Wunder, dass diejenigen, die 1965 beim ersten Pfingstritt in Kemnath am Buchberg dabei waren, derzeit gefragt sind. Immerhin steht am 25. Mai der 50. Ritt an.

Alois Bierner war 1965 der Vorsitzende, Josef Bierler sein Stellvertreter, Josef Reng gehörte als Fahnenjunker dem Vorstand der Haflinger-Zuchtgenossenschaft an, wie seinerzeit die Haflingerzüchter und Pferdefreunde hießen. Bei den drei Männern, die maßgeblich am ersten Pfingstritt beteiligt waren, werden viele Erinnerungen wieder lebendig. Der ersten Haflinger war im Dezember 1957 nach Kemnath gekommen. Alois Bierner hatte die Stute in Traunstein gekauft, Josef Weidner hatte sie mit dem Zug in die Oberpfalz gebracht. Vom Bahnhof Wernberg ging es zu Fuß nach Kemnath. Schon vor 1965 gab es Umzüge, erinnern sich die Männer.

Pfarrer hoch zu Ross

Das von Pfarrer Josef Urban vorgeschlagene Ziel, die St.-Sebastian-Kapelle auf dem Kalvarienberg, fand allgemeine Zustimmung. Erst mit der generellen oberhirtlichen Erlaubnis zur Zelebration einer "Missa sub divo", also einer Messe unter freiem Himmel, die Pfarrer Urban 1965 aus Regensburg erhielt, begann der offizielle Pfingstritt. 16 Pferde, ausschließlich Haflinger, waren bei der Premiere dabei. Sie alle kamen aus dem Gebiet der damaligen Gemeinde Kemnath am Buchberg. Pfarrer Josef Urban, Bürgermeister Ernst Piehler und Landrat Hans Werner aus Nabburg ritten auf Pferden, die ihnen Franz Piehler (Ziegelhütte), Michael Ott und Emmeram Lorenz (beide aus Döswitz) zur Verfügung stellten. In einer Kutsche wurden die älteren Bürger zum Festplatz gefahren.

Viele Namen sind seit Beginn mit dem Pfingstritt verbunden. Sei es der "Wastl Hans", der von Anfang an für die Verpflegung sorgte, der 2. Fahnenjunker Karl Reng, der Müller Anderl, der als Zeitungsreporter das Fest ins rechte Licht rückte, oder das Buchberg-Echo und die Jagdhornbläser, die etwas später dazu kamen.

Mal Winter, mal Sommer

Es waren schöne Feste, sind sich Geschäftsführer Lorenz Gebert und die Gründungsmitglieder einig. Sie erinnern sich, wie sie mit 16 Mark in der Vereinskasse den ersten offiziellen Ritt organisierten, an ein heftiges Gewitter während einer Messe. Es gab Pfingstritte, da lag der Schnee um die Kapelle zehn Zentimeter hoch und solche, bei denen die Teilnehmer Sandalen trugen.(Hintergrund)
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