Mit dem Bus in die Antike

Beim Rundgang in der Inselhauptstadt Cagliari legten die Ausflügler um Reiseleiter Wolfgang Lippert (vorne, Mitte) eine Rast ein. Bild: jzk
Lokales
Kemnath
06.11.2014
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Wenn Lehrer gemeinsam auf Reisen gehen, dann haben sie nicht unbedingt Badeurlaub im Sinn. Vor allem, wenn das Ziel reich an historischen Stätten ist und den Beinamen "Insel der Farben" trägt.

Ob Sardinien zu Recht diese Bezeichnung trägt, überprüfte die Reisegruppe des Kreisverbandes des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV). Unter der Leitung von Wolfgang Lippert begaben sich 28 Teilnehmer auf eine achttägige Erlebnisreise durch geschichtsträchtige Städte, zu Stränden und Naturschönheiten. Dazu kam traumhaftes Wetter mit Temperaturen um die 25 Grad.

Bei der Rundfahrt in der Inselhauptstadt Cagliari besichtigten die Ausflügler die Basilica der Madonna von Bonario, den Palazzo Viceregio und den Dom Santa Maria di Castello. Ein Schauspiel war der Anblick der zahllosen Flamingos, die im naturgeschützten Weiher Stagno di Molentargius nisteten und dort auch überwintern.

Aus der Bronzezeit

Sehenswert war die antike Ruinenstadt Nora, die auf einer Halbinsel bei Pula liegt. Zu bestaunen waren dort die Reste eines Karthagertempels und ein kleines römisches Theater. Ein Erlebnis war die Fahrt in das Bauerndorf Barumini inmitten der Marmilla, einer fruchtbaren Schichtstufenlandschaft. Auf einer Anhöhe thronte der Kegelberg, der Nuraghe Su Nuraxi. Diese Nuraghenbastion zählt zu den größten bronzezeitlichen Festungen im westlichen Mittelmeerraum. Noch heute gibt es auf Sardinien über 6500 der über 2000 Jahre alten Rundtürme dieser prähistorischen Nuraghenkultur.

Basaltpflaster der Römer

Auf der Weiterfahrt nach Oristano hielt der Reisebus bei den Ruinen von Tharros. Die Hafenstadt am Südzipfel der Halbinsel Sinis zählte in der Antike zu den bedeutendsten Städten der Region um Sizilien. Breite, mit schwarzem Basalt gepflasterte Straßen, die von den Römern angelegt wurden, durchziehen die Ruinenstadt.

Am vierten Tag ging es entlang der Westküste ins Städtchen Bosa am Fluss Temo. Der Ausblick auf die hügelige Landschaft belohnte für die kurze Wanderung zur mächtigen Burgruine des Castello Malaspina. In der romanischen Burgkapelle waren spätmittelalterliche Wandfresken zu sehen. Bei der Weiterfahrt auf der Panoramastraße boten sich immer wieder Ausblicke auf Buchten und tiefblaues Meer. Die auf einer kleinen Halbinsel liegende Stadt Alghero wird auch Klein-Barcelona genannt und zählt zu den schönsten Städten Sardiniens.

Auf der Hochebene des Pratobello Plateaus führte eine Bergwanderung durch den Steineichenwald zum 1306 Meter hohen Monte Nuovo San Giovanni, wo ein Feuerwächter nach Waldbränden Ausschau hält. Im Bergdorf Orgosolo am Fuße des Supramonte bereiteten Hirten für ihre Gäste ein Essen mit hausgemachten Spezialitäten. Gemischte Gefühle löste der Abstecher an die Costa Smeralda (Smaragdküste) aus, die als künstliches Ferienparadies 1962 geschaffen wurde. Beim Stadtrundgang im mondänen Hauptort Porto Cervo gab es prachtvolle Villen von Promis und Nobelboutiquen zu bestaunen.

Bad im Meer

Im Unterschied dazu präsentierte sich Arzachena als gewachsene Kleinstadt. Ihr Wahrzeichen ist der Fungo ("Berg mit Kopfbedeckung"), ein pilzförmiger Fels. Wer Lust hatte, legte bei der Küstenwanderung eine Pause ein und badete im Meer. Eine Weinprobe in einem modernen Weingut beendete den Tagesausflug.

Zwei der vielen Höhepunkte waren am letzten Tag die Busfahrt zum Hafen- und Ferienort Palau an die Nordspitze der Insel sowie die Überfahrt mit der Fähre zur Insel Maddalena. Dieses Inselparadies wird als "Karibik Italiens" bezeichnet.
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