Nachbarn unter sich

Die Kemnather Benjamin Schmid (links) und Kevin Kastl (rechts) sind wie gegen Grafenwöhr auch heute im Derby gegen Kulmain enorm gefordert. Bild: A. Schwarzmeier
Lokales
Kemnath
02.09.2015
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Derbyzeit in der Bezirksliga Nord: Nach Jahrzehnten steigt heute (18 Uhr) erstmals wieder das Nachbarduell zwischen dem SVSW Kemnath und dem SV Kulmain. Beide Lager sind sich einig, dass bei diesem Spiel andere Gesetze gelten.

(seb/ak) Eine deutliche Niederlage kassierten die Schwarz-Weißen beim Mitaufsteiger in Wernberg. "Von Beginn an kam kein Spielfluss auf und individuelle Fehler bestrafte Wernberg eiskalt", sagt Trainer Markus Sebald. Die kurzfristigen Ausfälle und die Verletzungen von Benny Teufel und Florian Schottenhammel taten ihr Übriges. Trotzdem sieht der Trainer seine Truppe mit bereits drei gewonnenen Spielen im Soll, auch wenn die anstehende Spiele alles andere als einfach würden. Das alles werde aber im Derby gegen den SV Kulmain am heutigen Mittwoch (Anstoß 18 Uhr) keine Rolle spielen.

Personelle Probleme

"Dieses Match hat eigene Regeln und die Brisanz ist bereits im Vorfeld deutlich spürbar." Sebald erwartet keinen spielerischen Leckerbissen, viel mehr werden Einsatz, Wille und das nötige Quäntchen Glück dieses Spiel entscheiden. Mit Mut und dem Wissen um die eigene Stärke wollen die Schwarz-Weißen ihr gesamtes Potenzial abrufen. Personell ist die Lage alles andere als rosig. Eckert, Reiter und Schäffler fehlen sicher. Hinter Schottenhammel, Teufel und Holzner stehen Fragezeichen. "Und ausgerechnet im Spiel gegen meinen Ex-Verein bin ich beruflich unabkömmlich in Nordrhein-Westfalen unterwegs", bedauert Sebald. Trotzdem gibt er das Ziel aus, dem SV Kulmain ein großes Spiel zu liefern und die Punkte in Kemnath zu behalten.

Unter Zugzwang

Bei den Spielern und Verantwortlichen des SV Kulmain herrscht nach dem verlorenen Heimspiel gegen den SV Freudenberg etwas Ratlosigkeit. Die Fülle an ungenutzten Torchancen, nicht nur gegen Freudenberg, kratze allmählich am Selbstbewusstsein. Anstatt frühzeitig den Sack zuzumachen, lässt man zum Teil hundertprozentige Möglichkeiten liegen und kassiert postwendend Gegentore. Das seit über einem Jahrzehnt vermisste Lokalderby wollte man eigentlich unter anderen Voraussetzungen antreten.

Nun aber steht die Drechsler-Truppe beim Nachbarn in Kemnath unter Zugzwang, was die Aufgabe nicht gerade leichter macht. Trotz des Frusts sind die Gelb-Schwarzen mutig und wollen dem mit drei Siegen gut gestarteten Aufsteiger Paroli bieten. "Der Knoten wird hoffentlich heute platzen. Das täte den Spielern um Kapitän Greger sicherlich gut", erklärt Vorsitzender Wolfgang Groß. Vor allem, weil das SV-Team Woche für Woche einen hohen Aufwand betreibt, für den man sich bisher noch nicht belohnte. Die Kulmainer wollen in Kemnath genauso engagiert zu Werke zu gehen, wie eine Halbzeit lang in Ensdorf oder weitestgehend gegen Freudenberg.

"Ein Punkt ist das Minimalziel, vielleicht ist aber auch mehr drin", hofft Groß. Nachdem nun nach längerer Abstinenz wieder "Derbyzeit" auf Bezirksliga-Ebene auch im Kemnather Land angesagt ist, hofft man, dass der Zuschauerzuspruch entsprechend gut sein wird.
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