Pfarrer Edmund Prechtl erläutert die Kernaussage des Romans "Die Hütte"
Ans Gute im Menschen glauben

Auf Einladung von Hans Schindler (rechts) sprach Pfarrer Edmund Prechtl (links) beim dritten Teil des Glaubensseminars. Bild: hl
Lokales
Kemnath
04.04.2015
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Seine Erfahrungen mit Missbrauch, Leid und dem Leben als Missionarskind hat William P. Young im Roman "Die Hütte - Ein Wochenende mit Gott" aufgearbeitet. Dabei diente dem Kanadier die Hütte als Metapher für das "Haus, das man aus seinem eigenen Schmerz baut".

Die Geschichte griff der Pressather Pfarrer Edmund Prechtl für seinen Vortrag beim dritten Teil des Glaubensseminars in der Fastenzeit auf, zu dem der Pfarrgemeinderat eingeladen hatte.

Die Hauptfigur Mack leidet unter dem gewaltsamen Tod der sechsjährigen Tochter Missy. Deren Kleid wurde in einer verlassenen Hütte zerfetzt und blutgetränkt aufgefunden. Mack erhält schließlich einen Brief, der mit "Papa" unterzeichnet ist und ihn auffordert, sich mit ihm in dieser Hütte zu treffen. Mack hatte seinen Vater vergiftet, nachdem dieser ihn wiederholt misshandelt hatte. Vor der Hütte, begegnet er der Verkörperung der drei Personen der Dreieinigkeit.

Gott der Vater erscheint als fürsorgliche Afroamerikanerin, Jesus Christus als hebräischer Handwerker und der Heilige Geist als asiatische Frau. Der Hauptteil des Buches gibt die Gespräche wieder, die Mack im Laufe des Wochenendes mit den dreien führt. Diese drehen sich allgemein um das Wesen Gottes und seine Beziehung zur Menschheit. Als Missys Mörder gefasst wird, möchte sich Mack mit ihm treffen. Statt Traurigkeit prägt nun tiefe Liebe sein Leben.

Pfarrer Prechtl ging in den einzelnen Passagen auf das Verhältnis mit Gott ein und verglich das Geschehen mit Jesus, dem sein Vater auch nicht hilft, als er am Kreuz stirbt. Gottes Liebe zu den Menschen sei schmerzlich, erklärte der Seelsorger. Jedoch führten nicht Unzufriedenheit und Selbstzweifel zum Erfolg im Leben, sondern der Glaube an das Gute in allen Menschen.

In der Diskussion stellte sich heraus, dass einige Besucher das Buch bereits gelesen haben. Manche sogar schon mehrere Male. Es habe teilweise schockierend und unverständlich gewirkt, so dass manche Passagen mehrmals gelesen werden mussten. Hans Schindler vom Pfarrgemeinderat dankte Pfarrer Edmund Prechtl mit einem kleinen Präsent.
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