Pfarrer kontra Kirche

Der Hochaltar der Waldecker Kirche zeigt den heiligen Johannes von Nepomuk. Bild: hl
Lokales
Kemnath
13.05.2015
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Wenn es nach Heribert Stretz' Vorgänger gegangen wäre, würde es die heutige Pfarrkirche von Waldeck gar nicht geben. Im 18. Jahrhundert kämpfte der Pfarrer gegen den Bau des Gotteshauses - zum Glück vergeblich.

Die Pfarrei St. Johannes Nepomuk begeht am Sonntag ihr Kirchenpatrozinium. Der Markt hat seine Pfarrkirche Maria Euphrasia zu verdanken, der Gemahlin von Freiherr Ignaz Anton von Otten, der Landrichter von Waldeck und Direktor des Immerwährenden Reichstags zu Regensburg war. Die große Verehrerin des 1729 heilig gesprochenen Johannes von Nepomuk verstarb am 3. Mai 1730. Ihr letzter Wunsch war, dass ihr Gemahl zu Ehren des Märtyrers eine Kapelle erbauen möge.

Der Witwer tat dies. Allerdings wurde ihm das nicht leicht gemacht: Der Pfarrer von Alt-Waldeck auf dem Schlossberg, Thomas Krempel, fürchtete um die Zukunft der dortigen Kirche und versuchte, den Neubau zu verhindern - vergeblich. 1731 entstand eine Kapelle. Von Ottens Sohn Philipp Carl Erwin baute diese zur Kirche aus. Der Nachweis dafür ergibt sich aus der Mitteilung des Marktrats von Waldeck vom 24. Mai 1751, in der es heißt, dass der Baron von Otten "anno 1738" eine Kirche errichtet hat.

Als 1794 der Alte Markt auf dem Schlossberg in Schutt und Asche gelegt wurde, konnte das Gotteshaus im Höritz Pfarrkirche werden. Seit 1772 war sie Eigentum des Freiherrn Anton von Öxle, des älteren Großneffen des Reichtagsdirektors. Am 27. September 1794 schenkte er die Nepomuk-Kirche der Bürgerschaft von Waldeck, die ihren Neuen Markt um die Kirche im Höritz aufgebaut hat. Der Kirchturm wurde erst 1822 unter Pfarrer Leopold Schuller vom Waldecker Maurermeister Blasius Fischer errichtet und durch ein Versprechen des Gutsherrn Sigmund von Künsberg aus Guttenthau möglich.
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