Pfarrer Martin Besold versucht bei Glaubensseminar, das Wesen Gottes zu erklären
Jenseits aller Vorstellung

Hans Schindler (Zweiter von links) vom Pfarrgemeinderat dankte Pfarrer Martin Besold (links) für sein Referat. Bild: hl
Lokales
Kemnath
23.03.2015
4
0
"Gott - Wer ist das?" Diese Frage hatte Pfarrer Martin Besold aus Erbendorf als Thema für das Glaubensseminar der Pfarrei Waldeck ausgewählt. Viele Pfarrangehörige erhofften sich darauf eine Antwort.

Der Seelsorger ging zunächst auf einen Artikel in der FAZ zu Kirche und Glaube ein. Demnach glaube nur noch ein Drittel der Christen an die Auferstehung, dagegen glaube jeder vierte Deutsche, dass eine Begegnung mit einer schwarzen Katze Unglück bringt. An Ufos glaubten mehr Menschen als ans Jüngste Gericht.

Eine Meinungsumfrage habe ergeben, dass 68 Prozent katholisch sind, weil sie dann wichtige Ereignisse im Leben wie Hochzeit oder Taufe kirchlich feiern könnten. Zweitwichtigster Grund sei, dass es zur Tradition in der Familie gehört. Auch viele Gottesdienste seien heutzutage nur von kulturellen Ereignissen geprägt und nicht mehr vom eigentlichen Sinn. Der Mensch könne über Gott nur auf menschliche Art und Weise reden. Er sei unendlich sowie unbedingt überweltlich und übersteige dadurch unsere Vorstellungen. Gott sei den Menschen aber in allen Dingen und Ereignissen nahe.

Was der Mensch mit Gott meine, lasse sich zunächst in und mit der Bibel beantworten, erklärte Besold. Er zeige sich in der Geschichte Israels und als Jesus von Nazareth als Gott der großen Taten. Er sehe das Elend der Menschen und greife in die Geschichte ein. Wenn Jesus von Gott spreche, so sei das von den Vorstellungen des Alten Testaments und dem Judentum geprägt. Er rede ihn in ganz einmaliger Weise als Vater an.

Laut dem Pfarrer gehört es zum Wesen Gottes, dass er heilig, vollkommen, gerecht, treu, wahr, gütig, barmherzig, allwissend und allmächtig ist. Doch damit beginne bei vielen Menschen das Problem: Wenn Gott allmächtig sei, warum lasse alle er dann so viel Unheil zu? Hier gebe es auch für Christen keine befriedigende Antwort. Der Referent versuchte aber dazu einige Denkanstöße zu geben.

Glaube als Hilfe im Leid

Wenn über jemand unverschuldet Leid komme, so sei das "keine Strafe Gottes". Für ihn könne vielmehr der Glaube eine Stütze und Hilfe sein. Für die Gläubigen sei Gott der Schöpfer des Himmels und der Erde. So heißt es auch im Alten Testament. Die Naturwissenschaft sieht dagegen eine Urknall am Anfang des Universums. Darin konnte Besold keinen Widerspruch erkennen. Naturwissenschaft und Glaube hätten verschiedene Sichtweisen auf die Welt und verschiedene Fragen. Wie hat sich das Leben entwickelt, frage die Wissenschaft. "Warum existieren wir und was ist der Sinn hinter allem, fragt der Glaube". Die Vereinbarkeit von Evolutionstheorie und Glauben schließen sich gegenseitig nicht aus.

Es entwickelte sich nach dem Vortrag eine rege Diskussion. Hans Schindler vom Pfarrgemeinderat dankte dem Referenten mit einer kleinen Aufmerksamkeit.
Weitere Beiträge zu den Themen: Waldeck (2236)März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.