Pikante Integration

Jessika Wöhrl-Neuber (rechts) freute sich sehr über den Besuch von Eva und Esther (vorne, von links) beim afrikanischen Kochabend. Die Veranstaltung war kulinarisch ein Riesenerfolg. Bild: jzk
Lokales
Kemnath
03.08.2015
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Zu einem afrikanischen Kochabend hatte Jessika Wöhrl-Neuber in das Familienzentrum Mittendrin eingeladen. Esther und Eva, zwei Asylantinnen aus Afrika, die seit Herbst des Vorjahres bei der Familie Murr in Hahneneggatten untergebracht sind, gaben Wissen und Talent weiter.

(jzk) Mit dabei waren ihre Babys David und Chris. Liebevoll kümmerten sich die deutschen Mamis um die süßen Kinder. "Wenn wir eine Mitfahrgelegenheit haben, kommen wir gerne an jedem Mittwoch in das gemütliche Café im Familienzentrum" versprachen beide.

Im Boot nach Italien

Esther kommt aus Nigeria: Auf einem Boot kam sie nach Italien und von dort nach Deutschland. Aus ihrer Heimat brachte sie landestypische Kochrezepte mit und bereitete eine leckere Mahlzeit zu. Auf der Speisekarte standen Egussi (Yamswurzel) mit Rindfleisch und Barrakuda (Fisch). Dazu gab es Jollof-Reis mit rotem Palmöl und scharfer Tomatensoße.

Die Speisen wurden pikant gewürzt, vor allem mit Chili-Pfeffer, Curry und Brühwürfeln. "Bei uns wird viel Reis gegessen und die Speisen werden in reichlich Öl kross gebraten" erklärte Esther. Als Nachspeise wurden Bananen, Ananas und Mangos mit Ingwer-Sirup serviert. Zum Trinken gab es Mangosaft und Malzbier. "Das ist unser Nationalgetränk", verriet Esther. Sie freute sich sehr darüber, dass die Gäste im Familienzentrum sich trauten, traditionell afrikanisch, also mit der rechten Hand und ohne Besteck zu essen. Getreu dem Motto "Völkerverständigung geht durch den Magen" erzählte Esther in englischer Sprache beim Essen Wissenswertes über das Leben und die Gebräuche in ihrer afrikanischen Heimat.

"Über das Erklären der Zutaten und die Zubereitung der Gerichte kamen wir ins Gespräch" freute sich Jessika Wöhrl-Neuber. Sie dankte ihrem Team für die Unterstützung, vor allem Christa Völkl, Elke Burger und Heidrun Schelzke-Deubzer für die Fahrdienste. "Am Anfang sind die Flüchtlinge auf die Rolle des Nehmenden beschränkt", meinte sie, "aber an so einem Abend können sie auch etwas zurückgeben."

Sprache verbindet

Eingeschränkt wurde die Kommunikation allerdings durch gewisse Sprachbarrieren. Esther sprach Englisch und Jessika übersetzte. "Eine gemeinsame Sprache ist wirklich die Brücke, die Menschen verbindet" stellten alle fest. Als Jessika Wöhrl-Neuber Esther und Eva als kleines Dankeschön ein Präsent überreichte, freuten sich beide sehr: "Danke, dass wir für so eine wunderbare deutsche Familie kochen durften." Aus ihrer Sicht gehört nämlich viel Mut dazu, für eine Gruppe von zum Teil fremden Menschen ein Essen zu kochen.

"Dieser Abend war ein echter Beitrag zur Integration der Asylanten in unserer Region", war der allgemeine Tenor bei der Verabschiedung. Bis 14. September macht das Familienzentrum Sommerpause.
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