"Post" vom Papst

Tief bewegt bedankte sich Resi Schenkl für die päpstliche Ehrenurkunde, die ihr der indische Karmeliterpater Dr. Augustine Mulloor aus Rom mitgebracht hatte. Das Ehepaar Maria (links) und Konrad Bauer (rechts) hatte ihn zu einem Kurzbesuch nach Kemnath gefahren. Bild: jzk
Lokales
Kemnath
25.09.2014
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Ob Dr. Augustine Mulloor zweimal bei Resi Schenkl geklingelt hat - man weiß es nicht. Er ist aber auch gar kein Postmann, sondern ein indischer Pater. Dennoch hatte er für die Kemnatherin ein Schreiben von sozusagen höchster Stelle dabei.

Groß war ihre Freude, als Mulloor am Montag kurzfristig seinen Besuch für den nächsten Tag ankündigte. Der indische Pater war vor sechs Jahren bei ihr zu Gast. Schenkl war sehr gerührt, als er ihr eine prächtige Urkunde von Papst Franziskus überreichte. Sie trug die Inschrift: "Der Heilige Vater erteilt Resi Schenkl von Herzen den Apostolischen Segen und erbittet die Fülle der göttlichen Gnaden." Darunter prangte das päpstliche Siegel.

Kennengelernt hat die Kemnatherin den Inder, als sie Pfarrhaushälterin in Kastl war. In der dortigen Pfarrei hatte der Seelsorger zwischen 1986 und 1990 jeweils die Urlaubsvertretung für den damaligen Geistlichen Otto Gebert übernommen. Derzeit verbringt Mulloor einen Kurzurlaub bei Konrad und Maria Bauer in Tettenwang bei Riedenburg.

Zwei Brüder und fünf Schwestern hat der indische Geistliche. Vier Schwestern gehören wie er dem Karmeliterorden an. Nach der Priesterweihe in Indien studierte er am Päpstlichen Bibelinstitut in Rom, um in seiner Heimat als Hochschullehrer zu unterrichten. Um seinen Theologiestudenten das schwierige Studium zu erleichtern, hat er 31 theologische Bücher in englischer Sprache und in seiner Muttersprache verfasst.

Sein Spezialgebiet ist die Bibelexegese (Wissenschaft von der Bibelauslegung). "Trotz seiner umfassenden Bildung und Gelehrsamkeit ist er aber ein einfacher und völlig unkomplizierter Mensch geblieben", waren sich Resi Schenkl sowie Maria und Konrad Bauer einig. Bis vor fünf Jahren leitete Mulloor das Priesterseminar in Kochi, der Hauptstadt des Bundesstaates Kerala im Südwesten von Indien. Seit 2009 ist er Vorsitzender des Rates des Karmeliterordens im Generalhaus in Rom. Neben Schreiben und Lesen ist das Kochen ein Hobby.

Seit seinem letzten Besuch ist er ganz begeistert vom Kemnather Marktplatz und der Stadtpfarrkirche. Ums seine positiven Eindrücke noch zu vertiefen, lud ihn Josef Zaglmann zu einer Stadt-, Kirchen- und Orgelführung ein. Bei dem Rundgang in der Kirche blieb er betroffen vor dem Bild des polnischen Franziskanerpaters Maximilian Kolbe stehen, der 1941 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet und später heiliggesprochen wurde. Beeindruckt zeigte er sich vom Klang der 16 Jahre alten Sandtner-Orgel.

Vor der Abreise zelebrierte Mulloor eine Messe in der Stadtpfarrkirche.
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