Prinz als revolutionärer Bauer

Lokales
Kemnath
04.11.2015
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Er entspricht so gar nicht dem Klischee des versnobten Adeligen, der nur darauf wartet, endlich König von England zu werden. Eigentlich ist Prinz Charles sogar ein echter "Grüner", wie bei der Filmvorführung deutlich wurde, zu der die Ortsgruppe Kemnather Land von Bündnis 90/Die Grünen eingeladen hatte.

In Deutschland war der Film "Der Bauer und sein Prinz" ein großer Kinoerfolg. Er zeigt Prinz Charles von England als Pionier der ökologischen Landwirtschaft. Die Offenheit des Adeligen in seinen Äußerungen brachte jedoch für den Regisseur und Produzenten Bertram Verhaag einige Probleme. Das britische Royal Press Office verbietet, den Film in England und dem gesamten Commonwealth, darunter Indien, Kanada und Australien, zu zeigen.

Grüne Kreisverbände in ganz Bayern zeigen den Film, so auch die Ortsgruppe in Kemnath. Zahlreiche Interessierte begrüßte Grünen-Vorsitzende Katharina Hage im Kormann-Saal.

So nicht weitermachen

Der Film portraitiert den britischen Thronfolger und seine "Duchy Home Farm", in der er mit Farm-Manager David Wilson bereits 1986 als eines der ersten Unternehmen biologische Anbaumethoden einführte. "So können wir nicht weitermachen: Nehmen aber nichts zurückgeben. Heutzutage geben wir nichts zurück - wir nehmen nur." So schildert der Prinz seine revolutionären ethischen Ansichten über Landbau.

Die Zuschauer erfahren in dem Film viel über die vermutlich bekannteste biologische Farm der Welt, die sich auf etwa 700 Hektar im englischen Hügelland erstreckt. Eine "gentechnikfreie Zone" und ein Naturparadies mit selten gewordenen Vögeln, zahlreichen Schmetterlingsarten, Fledermäusen und Insekten. Auf 16 Kilometern Länge wurden von Hand geflochtene Weidenhecken angelegt, nicht wenige davon vom Prinzen selbst. Auch das Leben der Farm-Tiere zeigt der Film. Bewusst hält der adelige Bauer einheimische Nutztierrassen, die er so vor dem Aussterben bewahrt.

Farm-Manager David Wilson berichtet in dem Film vom Prozess der Umstellung auf ökologisch nachhaltige Landwirtschaft. "Ich bin sehr froh, dass ich hier gelandet bin und ein Landwirtschaftssystem ausprobieren kann, das ganz anders ist als ich es vorher kannte", schwärmt er.
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